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Die Milch vom Hof ist wieder da

Wunstorf Die Milch vom Hof ist wieder da

Einst war es auf dem Dorf selbstverständlich, heute klingt es schon wieder nach Innovation: Das Altenhäger Landwirtspaar Sandra und Martin Teigeler bietet frische Rohmilch ab Hof an. Tag und Nacht lässt sie sich in "Sandras Milchhütte" aus einem Automaten zapfen.

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Die Flasche schräg halten wie ein Weizenbierglas: Sandra Teigeler zeigt, wie die Milch am Automaten gezapft wird.

Quelle: Kathrin Götze

Altenhagen. Tag und Nacht lässt sich das flüssige Lebensmittel in "Sandras Milchhütte" aus einem Automaten zapfen. Die passenden Literflaschen stehen auf einem Regal nebenan bereit. "Jeder kann aber auch seinen eigenen Behälter mitbringen", sagt Sandra Teigeler. Seit Dezember ist der Automat mit eingebauter Kühlung in Betrieb, der Kundenstamm wächst zusehends.

Der frische Geschmack der Rohmilch lockt viele Kunden, auch wer selbst Joghurt oder Frischkäse herstellen will, braucht den Rohstoff unpasteurisiert. Dennoch: Am Automaten weist ein Schild darauf hin, dass die Milch vor dem Genuss über 70 Grad erhitzt werden muss. Eine von zahlreichen Hygieneauflagen, die beim Verkauf berücksichtigt werden müssen.

Direktvermarktung in Reinkultur also, der Liter Milch kostet am Automaten einen Euro. Die Molkerei zahlt aktuell 26 bis 27 Cent, für viele Produzenten reicht das nicht, um die Kosten zu decken. Kein Wunder, dass Milchhütten wieder in Mode kommen, insbesondere in Tourismusgebieten. "Wir haben das bisher vor allem in Süddeutschland und an der Küste gesehen", erzählt Sandra Teigeler.

Weil immer wieder Nachbarn nach frischer Milch vom Hof fragten, habe sich das Paar nun für die Direktvermarktung entschieden. "Für einen Zuverdienst reicht es im Moment allerdings nicht, nur rund ein Prozent unserer Milch geht auf diesem Wege weg", sagt die Landfrau. 230 Kühe werden bei Teigelers morgens und abends versorgt und von Hand an die Melkmaschinen angeschlossen, der Hof ist noch im Aufbau, der Ertrag noch steigerungsfähig, wie Martin Teigeler sagt.

Einen neuen Trend kann Volker Hahn vom Landvolk-Kreisvorstand noch nicht erkennen. "Ich habe von zwei Kollegen in Eilvese und Bordenau gehört, die sich auch für die Direktvermarktung interessiert haben", sagt er. Vor den hohen Hygieneauflagen und dem großen Arbeitsaufwand scheuten viele noch zurück. Für die Altenhäger gehe es auch darum, den Kontakt zu den Nachbarn zu pflegen und den Besuchern die konventionelle, moderne Landwirtschaft näher zu bringen, sagt Sandra Teigeler. Dafür bietet sie Gruppen auch Führungen an.

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von Kathrin Götze

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