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Moorenten beginnen bald mit dem Brutgeschäft

Wunstorf Moorenten beginnen bald mit dem Brutgeschäft

Seit Jahren fördern Projektmitarbeiter des Nabu und der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen das Ansteigen der Moorenten-Population rund um das Steinhuder Meer. Im April wurden die ersten 44 Tiere des Jahres 2017 ausgewildert. Den Winter haben sie in der Wildtierstation verbracht.

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Ausgewilderte Moorenten am Steinhuder Meer: Der Vogel ist die seltenste in Deutschland brütende Entenart.

Quelle: Florian Melles

Steinhude. Die Moorente ist die seltenste in Deutschland brütende Entenart. Sie war seit den achtziger Jahren als Brutvogel ausgestorben. Seit Beginn des Projektes sind bisher knapp 600 dieser kleinen Tauchenten rund um den See freigelassen worden. Bei den Tieren am Steinhuder Meer handelt es sich um Nachzuchten aus unterschiedlichen deutschen Zoos.

Wie in den Vorjahren sind die Auswilderungen in zwei Phasen geplant. "Im Juli und August lassen wir weitere Tiere frei. Sie sind in 2017 geschlüpft. Wie viele Moorenten wir im Sommer auswildern, hängt vom Erfolg der Brutzahlen in den Zoos ab", erklärt Florian Melles, Leiter des Wiederansiedlungsprojektes des NABU Niedersachsen. In diesem Jahr gebe es weniger Zoos, die das Projekt unentgeltlich unterstützten. Er rechne dennoch mit weiteren 50 bis 80 Moorenten für die Auswilderung, betonte er.

Damit sich die Moorenten auch mittelfristig am Steinhuder Meer etablieren, wünschen sich NABU und Wildtierstation möglichst viele im Freiland geschlüpfte Tiere. "In den Jahren 2015 und 2016 konnten wir bereits im Projektgebiet mehrere Moorentenweibchen mit Nachwuchs beobachten", so Melles erfreut. Die  Chance auf weiteren Nachwuchs ist da: Zahlreiche der bislang freigelassenen Tiere hielten sich noch im Projektgebiet auf. Diese versammelten sich auf unterschiedlichen Gewässern. Darunter seien auch ältere, erfahrene Tiere, die schon den Vorjahren gebrütet haben, weiß der Projektleiter zu berichten. "Wir beobachten intensive Balzrituale, das Brutgeschäft beginnt Anfang bis Mitte Mai. Mit den ersten Jungtieren ist dann ab Juni zu rechnen", sagte Melles.

Moorenten bevorzugen flache, stille Gewässer mit breiter Uferzone und weiten Schilfgürteln. Das finden sie am Steinhuder Meer. Es gibt ausreichend Unterwasserpflanzen, die sie tauchend aufnehmen können. Diese Flächen, in denen die Enten ungestört brüten könnten, gebe es in Deutschland aber immer weniger, dies habe zu einem starken Rückgang der Tiere geführt, bedauern die Experten.

Der NABU Niedersachsen freut sich, wenn er Mitteilungen über gesichtete Moorenten am Steinhuder Meer und in dessen Umgebung erhält. Unter Telefon (05037) 9672 oder mit einer Mail an florian.melles@nabu-niedersachsen.de nimmt Projektleiter Melles gerne Hinweise entgegen.

Von Christiane Lange-Schönhoff

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