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Flüchtlingsarbeit ist Herausforderung

Neustadt/Wunstorf Flüchtlingsarbeit ist Herausforderung

Die Ankunft vieler Flüchtlinge hat die Einrichtungen der Diakonie vor große Herausforderungen gestellt, die sie nach ihrer Jahresbilanz für 2015 recht gut gemeistert hat. Wichtig ist ihr aber, dass auch Menschen mit anderen sozialen Problemen bei ihr weiterhin die notwendige Unterstützung bekommen.

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Superintendent Michael Hagen (von links) stellt gemeinsam mit Schuldnerberaterin Anette Becker und Sozialarbeiter Reiner Roth die kirchliche Beratungsarbeit vor.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. "Es hat uns durchaus an die Belastungsgrenzen gebracht", sagte André Lang, Sprecher des Diakonieverbands Hannover-Land. Aber Michael Hagen, Superintendent des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf, ist stolz, wie gut die vorhandenen Institutionen reagierten und schnell auch neue Ehrenamtliche gewinnen konnten. So verdreifachte sich der Helferkreis beim Wunstorfer Arbeitskreis Asyl, und in Neustadt konnten aus dem Stand ähnliche Strukturen aufgebaut werden. Dazu bekam der Kirchenkreis auch eine weitere Sozialarbeiterstelle - zunächst für zwei Jahre, aber mit der Aussicht auf Verlängerung, wie der Superintendent berichtete.

Auch die Beratungsstellen der Diakonie spüren die Nachfrage. In der allgemeinen Sozialberatung, die Kirchenkreissozialarbeiter Reiner Roth anbietet, hat die Lage sich mittlerweile wieder etwas entspannt, nachdem im vergangenen Jahr nur 39 Prozent seiner Kunden in Neustadt und Wunstorf Deutsche waren. Der Rückgang liegt daran, dass sich zwischenzeitlich zum Beispiel in Wunstorf auch die Integrationslotsen und Fachleute bei der Stadt und im Wohnheim Luther Weg um die Belange der Flüchtlinge kümmern. Dafür registriert die Schwangerenberatung derzeit einen starken Zulauf, auch weil nach Wunstorf viele junge Familien kommen.

Neben der Flüchtlingsarbeit betont Roth aber: "Wir wollen auch andere Probleme im Blick behalten." Er werde sich weiter mit hoher Priorität genau so um Altersarmut und Niedrigverdiener kümmern.

Bei der Schuldnerberatung beobachtet Anette Becker zwei Trends: Zunehmend betrifft Überschuldung Ältere, in Wunstorf nimmt der Anteil allerdings nicht ganz so schnell zu wie bundesweit. "Außerdem wird Überschuldung immer weiblicher", sagt sie, oftmals kommen Alleinerziehende in schwierige Situationen. Im vergangenen Jahr hat sie in Neustadt und Wunstorf 183 Betroffenen geholfen, etwa mit Ratenplänen oder dem Schritt in die Privatinsolvenz. "Wenn sie erstmal Licht am Ende des Tunnels sehen, geht es ihnen schon beim zweiten Gespräch besser." Denn wenn die Lage aussichtslos scheint, ist das oft für ganze Familien ein erhebliche Belastung - oft geht die Verschuldung mit Krankheiten einher.

Von Sven Sokoll

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