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Schule wünscht Kooperation mit Betrieben

Wunstorf Schule wünscht Kooperation mit Betrieben

Die Zahl der Bewerber sinkt, für viele Betriebe wird es schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden. Eine engere Kooperation von Schulen und Betrieben könnte helfen, gegenzusteuern. Diese Hoffnung äußerten Leiterin und Lehrer der Otto-Hahn Schule beim Ausbilderfrühstück am Donnerstagmorgen.

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Beim Frühstück nutzen Ausbilder und Lehrer die Gelegenheit für angeregte Diskussionen.

Quelle: Kathrin Götze

Wunstorf. Erstmals haben die städtische Wirtschaftsförderung und der kommunale Ausbildungsverbund pro regio Ausbilder und Lehrer der Stadt zum geselligen Austausch am Frühstückstisch gebeten. Beherrschendes Thema im Hotel Wehrmann-Blume waren der Fachkräftemangel und die Frage, wie man Schulabgänger insbesondere für Handwerksberufe begeistern könnte.

"Wir arbeiten analog, sind digital abstinent auf dem Dach und lernen durch Abgucken", sagte Zimmermann Christoph Häusgen, und appellierte: "Die Leute müssen wieder wissen, dass der Körper zur Bewegung gedacht ist." So entwickle sich mancher, der mit Schreiben und Lesen in der Schule nicht viel am Hut hatte, zu einem prächtigen Handwerker.

Das weiß auch Helga Radtke, Leiterin der Otto-Hahn-Schule. "Ich bin oft verblüfft, was unsere Hauptschüler so  zusammenschrauben können", sagte sie. Seit langer Zeit wünschte sie sich, eine Kooperation mit Betrieben aufzubauen. "Uns schwebt vor, den Achtklässlern der Hauptschule im Ganztagsbetrieb einen Praxistag anzubieten, bei dem sie stundenweise einen Betrieb besuchen", sagte Radtke.

Die Schüler könnten, je nach Neigung, beispielsweise in der Altenpflege Senioren besuchen, ihnen vorlesen oder mit ihnen Gesellschaftsspiele spielen. "Wäre schön, wenn auch andere Betriebe auf uns zukämen", sagte Radtke. So bekämen die Schüler bestenfalls auch Ideen, Fertigkeiten  und Selbstbewusstsein, die Ausbilder sonst in Vorstellungsgesprächen vermissten.

Was Schüler mit höheren Abschlüssen angehe, müsse man die Ausbildung als Option wieder stärker ins Gespräch bringen, meint Steuerberater Martin Wenzel. "Da kann man sich auch nach einem Abitur erst mal orientieren, in welche Richtung es gehen soll - und hat einen Beruf, anders als nach sechs Jahren Jurastudium ohne Abschluss." Dass Orientierung gefragt ist, sieht auch Thomas Silbermann, der in seiner Fahrschule nicht nur als Arbeitgeber Fahrlehrer ausbildet, sondern auch Berufskraftfahrern die nötigen Qualifikationen vermittelt. "Viele Jugendliche wissen einfach nicht, was sie machen wollen."

Spätestens in den angeregten Diskussionen wurde klar: Es gibt viel zu besprechen, das Ausbilderfrühstück soll wiederholt werden. Das nächste soll in einem halben Jahr stattfinden, wie Carolin Tellaria von der Wirtschaftsförderung sagte, ein genauer Termin werde noch festgelegt.

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