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Ballonteam klagt gegen Flugverbot über Moor

Wunstorf Ballonteam klagt gegen Flugverbot über Moor

Die erste Klage gegen das umstrittene Naturschutzgebiet Totes Moor am Steinhuder Meer reichte das Ballonteam Steinhuder Meer ein. Im Naturschutzgebiet sollen keine Flüge unter einer Höhe von 600 Meter zugelassen werden - auch nicht mit Heißluftballons.

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Das Ballonteam Steinhuder Meer mit Stefan Kuhn bietet Ballonfahrten in der Region um den See an.

Quelle: Albert Tugendheim

Steinhude/Großenheidorn. Das Unternehmen steht auf dem Standpunkt, dass die Region mit den Einschränkungen des Flugbetriebs ihre Kompetenzen überschritten hat. „Naturschutz ist für uns auch wichtig. Aber in dem Bereich ist die Region nicht zuständig“, sagt der Fahrbetriebsleiter des Ballonteams, Stefan Kuhn. Das Ballonteam hatte schon während des Verordnungsverfahrens seine Bedenken angemeldet.

Die Region will im Naturschutzgebiet und einem Streifen von 500 Metern darum herum keine Flüge unter einer Höhe von 600 Metern zulassen, auch Starts und Landungen nicht. „Freiwillig wären wir auch durchaus bereit, eine solche Höhe einzuhalten“, betont Kuhn. Möglich ist aber immer, dass der Tower in Hannover die Ballonfahrer anweist, bei nahen Flugzeugen weiter nach unten auszuweichen. „Und dann ist die Frage: Wer ist dafür verantwortlich?“, sagt Kuhn.

Nur der Gesetzgeber und die nachgeordneten Luftffahrtbehörden dürfen den Flugverkehr regeln, nicht aber die Region – diese Ansicht sei dem Ballonteam auch von der Landesregierung und der Landesluftfahrtbehörde bestätigt worden. Regionssprecherin Christina Kreutz verweist indes auf ein Schreiben des Bundesverkehrsministeriums, mit dem die Regelungen als geltendes Recht festgestellt worden sind. Das Ministerium hat zudem angekündigt, sie im Luftfahrthandbuch zu veröffentlichen und so den Piloten bekannt zu machen.

Sollte dieses Konstrukt bestätigt werden, fürchtet Kuhn indes einen Flächenbrand in Deutschland: Überall könnten lokale Akteure Flugbeschränkungen erlassen, die die Flieger, vor allem von außerhalb, nur schwerlich alle kennen können. Seine Kritik werde auch von vielen Sportfliegern geteilt. Er weist zudem darauf hin, dass das Bundesverkehrsministerium keinen Nachweis dafür sieht, dass der bestehende Flugverkehr über dem Naturschutzgebiet Brut und Rast der Vögel dort besonders beeinträchtigt habe.

Nach Angaben der Regionssprecherin ist die Klage des Ballonteams die erste gegen die neuen Regelungen. Auch die Notgemeinschaft Steinhuder Meer hatte sich damit beschäftigt.

Torfmoorinteressenten fahren zu ihren Brinken

Auch die Steinhuder Torfmoorinteressenten haben sich mit den Folgen der neuen Naturschutzgebiets-Regelung beschäftigt. Bei einer Planwagenfahrt mit rund 40 Teilnehmern hat Rechtsanwalt Eckhard David einen Vortrag dazu gehalten. Anlass der Fahrt war das 50-jährige Bestehen des Vereins.
Im Moor haben alte Steinhuder Familien noch Hausbrinke, auf denen sie weiterhin per Hand Torf stechen dürfen. Dieses Recht ist seit dem 18. Jahrhundert dokumentiert. Der Verein, der es weiter verteidigen will, hat derzeit 185 Mitglieder.
Auf dem Weg über den Vogeldamm berichtete der Vereinsvorsitzende Wilhelm Cordes den Mitfahrern aber auch über laufende Arbeiten zur Moorpflege und zur Entkusselungen, bei denen die Torfmoorinteressenten mit der Region kooperieren.

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Von Sven Sokoll

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