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NSG: Flugbeschränkung ist wieder Streitpunkt

Wunstorf NSG: Flugbeschränkung ist wieder Streitpunkt

Der Streit um Flugbeschränkungen in der Steinhuder-Meer-Region setzt sich auch beim laufenden Verfahren zum Naturschutzgebiet (NSG) Meerbruchwiesen fort. Das Ballonteam Steinhuder Meer bestreitet auch bei dem Areal westlich des Meeres die Kompetenz der Region Hannover für eine solche Regelung.

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Auch über dem Naturschutzgebiet Meerbruchwiesen sollen bald Flugbeschränkungen gelten.

Quelle: Woidtke

Steinhude. Vorgesehen ist wieder, dass über dem Naturschutzgebiet und auch in einem angrenzenden Streifen von 500 Metern Breite keine Starts und Landungen sowie Flüge unter 600 Metern Höhe zulässig sein soll. "Damit fährt die Region weiter die gleiche Linie, mit der sie in einen Bereich eingreift, den sie nicht regeln darf", sagte der Fahrbetriebsleiter Stefan Kuhn.

Ein Argument ist, dass Piloten bei längeren Flüge kaum alle Regelungen kennen können, die von den überflogenen Kommunen erlassen werden. Deshalb dürften nur die Luftfahrtbehörden entsprechend tätig werden. In der Fliegerszene wird das Verfahren nach Kuhns Angaben interessiert beobachtet.

So hält auch der Deutsche Aero-Club die Regelung für unzulässig und auch für unverhältnismäßig. Der Spitzenverband des Luftsports betont, dass er sich stark für naturverträgliche Fliegerei einsetze. Unter den 600 Metern flögen vor allem Flugzeuge ohne Motor, die nicht stören. Motorisierte Maschinen dagegen unterschritten die Höhe nur bei Starts und Landungen.

Die Region ist dabei, die Naturschutzgebietsverordnungen am Steinhuder Meer zu überarbeiten, um EU-Forderungen zur Sicherung von Fauna-Flora-Habitat-Gebieten umzusetzen. Wegen neuer Beschränkungen steht das Ballonteam mit ihr bereits vor Gericht. Die Verordnung vom vergangenen Jahr zum Naturschutzgebiet Totes Moor ist Gegenstand eines Normenkontrollverfahrens beim Oberverwaltungsgericht.

Im Eilverfahren hatten die Ballonfahrer allerdings eine Niederlage hinnehmen müssen. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region, hatte das als Bestätigung der Position seiner Behörde gewertet. Die Region will mit den Regelungen erreichen, dass die Vogelwelt in den betreffenden Gebieten weniger Störungen erfährt.

Vor dem Verwaltungsgericht Hannover hat das Unternehmen zudem ein Überflugverbot angegriffen, das aus den Regeln zum Vogelschutzgebiet resultiert. "Wir warten jetzt auf Verhandlungstermine. Das kann aber noch einige Zeit dauern", sagte Kuhn. In der Stellungnahme kündigte das Unternehmen eine weitere Normenkontrolle an, wenn die Verordnung zu den Meerbruchwiesen unverändert verabschiedet wird.

Von Sven Sokoll

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