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Meeres-Probleme werden diskutiert

Wunstorf Meeres-Probleme werden diskutiert

Zum vierten Mal hat die Domänenverwaltung des Landes bei ihrem Forum Steinhuder Meer unterschiedliche Akteure rund um den See miteinander ins Gespräch gebracht. Rund 80 Teilnehmer verfolgten die Veranstaltung im Großenheidorner Gasthaus Küker.

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Aktuell liegt der Saugbagger vor dem Mardorfer Uferweg im Wasser.s

Quelle: Kathrin Götze

Großenheidorn. Der Biologe Hans-Heinrich Schuster vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz bewertete die biologische Qualität des Sees zu Beginn derzeit als mäßig. "Aber er kann mit moderatem Aufwand in einen guten Zustand versetzt werden." Dazu betrachtete er vor allem die Einträge von Phosphor in den See, das eine wichtige Rolle für die Algenbildung hat. Als große Quellen bezeichnete er die Regenwassereinleitungen aus dem Steinhuder und Großenheidorner Gebiet, die schon langsam reduziert werden. Problematisch sind auch Einträge von den aktiven Torfabbaugebieten und den stark von Erosion betroffenen Hanglagen im Südwesten des Sees bei Schmalenbruch.

Das Büro Ingus aus Hannover ist seit dem vergangenen Jahr damit beauftragt, in der Landwirtschaft auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Düngern hinzuwirken. Der Inhaber Franz Antony berichtete: "Die Bereitschaft bei der Landwirtschaft mitzuwirken ist durchaus groß." Ein Hof hat sich als Modellbetrieb gefunden und ist damit bereit, sich sehr genau in seine Abläufe sehen zu lassen. Dazu gehört auch, gemeinsam einen sinnvollen Düngeplan zu erarbeiten. Zwei weitere nehmen Beratungsleistungen in Anspruch. Bei einem Feldtag im Juni will Ingus dafür sensibilisieren, wie der Boden sinnvoll bearbeitet wird. Denn heute sind starke Verdichtungen durchaus ein Problem, Regen versickert dadurch schwerer. Ein Hürde, Veränderungen zu finanzieren, ist allerdings, dass die Palette der Fördermaßnahmen derzeit etwas eingeschränkt ist.

August Lustfeld vom Unterhaltungsverband Meerbach zog eine Bilanz der Bemühungen seit 2007, das Meer im Bereich des Hagenburger Moors abzudichten. Zum Beispiel mit erhöhten Wegen wurde verhindert, dass das Wasser bei steigendem Wasserstand vorzeitig aus dem Meer ausläuft. "Erfolge haben sich eingestellt. Die Schwankungen des Wasserstands haben sich reduziert." Gegen das kräftige Verdunsten in einem heißen Sommer kann das allerdings auch nichts ausrichten.

Die Gastgeber vom Land stellten die laufende Entschlammung vor, bei der in den nächsten zwei Monaten etwas 75.000 Kubikmeter Schlamm vom Mardorfer Ufer auf den dortigen Polder Kolkdobben gespült werden sollen. Das ist deutlich weniger als die 125.000 Kubikmeter, die in den Jahren 2014/15  vom Südufer entfernt wurden. "Wir sehen es aber schon so, dass wir zumindest der jährlichen Neuproduktion in Höhe von  40.000 Kubikmeter begegnen können", sagte Conrad Ludewig, Abteilungsleiter der Domänenverwaltung im Amt für regionale Landesentwicklung. Johannes Franke, Vorsitzender der Notgemeinschaft, forderte indes ein nachhaltigeres Sanierungskonzept.

Das neue Genehmigungsverfahren für den Polder in Großenheidorn läuft noch, er war seinerzeit auf 15 Jahre befristet genehmigt worden. "Es gab dort aber keine nennenswerten Probleme, so dass wir davon ausgehen, dass wir im zweiten Halbjahr dieses Jahres eine unbefristete Genehmigung bekommen können", sagte Ludewig. Darüber verfügt bereits der Polder Kolkdobben in Mardorf, der jetzt zur dauerhaften Lagerstätte für den getrockneten Schlamm werden soll. Optimistisch ist Ludewig, was die Suche nach neuen Polderflächen für die Schlammlagerung anbetrifft. "Ich hoffe, dass wir Ihnen beim nächsten Mal eine neue präsentieren können."

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Von Sven Sokoll

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