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Bergmann in Kaligrube tödlich verunglückt

Wunstorf Bergmann in Kaligrube tödlich verunglückt

Ein 23-jähriger Wunstorfer ist am Mittwoch gegen 4.30 Uhr kurz vor dem Ende der Nachtschicht in der Grube des Kaliwerks Sigmundshall tödlich verunglückt. Der Bergmann stürzte bei der Arbeit in rund 1000 Metern Tiefe in ein etwa 90 Meter tiefes Bohrloch. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

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Bei Arbeiten auf rund 1000 Metern Tiefe im Kaliwerk Sigmundshall ist ein Bergmann tödlich verunglückt. (Symbolbild)

Quelle: Christian Burkert

Wunstorf. Nach Angaben des Konzerns K+S war der Verunglückte seit September 2015 im Werk Sigmundshall tätig. Die zuständigen Behörden hat das Unternehmen über den Unfall informiert. Diese haben die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte der Arbeiter alleine an der Stelle gearbeitet und war dann aus noch ungeklärten Gründen abgestürzt. Kollegen fanden ihn und alarmierten die Rettungskräfte. Der Notarzt konnte aber nur den Tod des 23-Jährigen feststellen. Auch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet.

Bei dem Loch, in das der Bergmann gefallen ist, handelt es sich um einen schmalen Schacht mit etwa 70 Zentimeter Durchmesser, über den in der Regel die Arbeit auf unterschiedlichen Ebenen des Bergwerks organisiert wird. Normalerweise sind diese Schächte abgedeckt, bei der Arbeit kann es nach K+S-Angaben grundsätzlich aber Anlässe geben, die Abdeckungen zu öffnen.

Im Bokeloher Werk herrschte nach dem Unfall Trauer. "Die Kollegen sind natürlich sehr betroffen", sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Äußerliches Zeichen der Trauer: Die Flaggen an der Werkszufahrt hängen auf halbmast.

Die nachfolgenden Schichten sind über den Unglücksfall informiert und dann, wie in solchen Fällen immer üblich, auch noch einmal auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften hingewiesen worden. "Den Kollegen wird dann auch freigestellt, einen Tag Urlaub zu nehmen, wenn sie das Geschehen erst verarbeiten wollen. Doch das hat niemand in Anspruch genommen", sagte Göbel.

Für die Werksleitung spielt die Sicherheit unter den schwierigen Arbeitsbedingungen im Bergwerk eine wichtige Rolle, trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen. Zuletzt hatte es im Jahr 2012 gleich zwei tödliche Unfälle in Sigmundshall gegeben. In einem Fall war ein 51-jahre alter Bergmann bei den Vorbereitungen zu einer Sprengung von einem Gesteinsbrocken erschlagen worden. Ein 34-Jähriger starb in dem Jahr außerdem nach einem größeren Gasunfall.

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Nach dem tödlichen Unfall hängen vor dem Kaliwerk Sigmundshall die Flaggen auf halbmast.

Quelle: Sven Sokoll

Von Sven Sokoll

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Wunstorf
Das Kaliwerk Sigmundshall in Bokeloh: Am Mittwoch ist es zu zwei Unfällen gekommen.

Wenige Stunden nach dem tödlichen Unfall ist am Mittwoch gegen 17.30 Uhr erneut ein Mitarbeiter des Kaliwerks unter Tage schwer verletzt worden. Das geschah bei Bohrarbeiten auf rund 1200 Metern Tiefe. Wiederum wurden Notarzt, Polizei und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie verständigt.

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