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Schultrakt wird abgerissen

Wunstorf Schultrakt wird abgerissen

64 allein angekommene jugendliche Flüchtlinge werden in Kürze auf dem Gelände der gerade verlegten Außenstelle der Berufsschule an der Marienburger Straße untergebracht. Bereits in zwei Wochen soll mit dem Abriss eines Schultraktes begonnen werden.

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Standort für die Unterbringung junger Flüchtlinge: Dieser Schultrakt wird abgerissen und mit Mobilbauten ersetzt.

Quelle: Tugendheim

Wunstorf. Zuständig dafür ist die Regionsverwaltung. Und die muss gehörig aufs Tempo drücken. Das machten Sozialdezernent Erwin Jordan und ­Vertreter der Fachbereiche am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung deutlich.

Unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) - so heißen im Amtsprachgebrauch die Jugendliche, um die sich die Region kümmern muss. Dazu ist sie verpflichtet, und als eine der größten Jugendhilfeeinrichtungen Deutschlands steht sie mächtig unter Druck. Die Zahlen der Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan und Somalia steigen nach wie vor an. „Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, wir leben von der Hand in den Mund“, so formulierte es Sozialdezernent Jordan.

Deswegen hatte sich die Region auch sehr kurzfristig entschlossen, die Außenstelle der Berufsbildenden Schule schon zu Jahresanfang zu verlegen. „Wir sind froh, dass wir so einen geeigneten Platz in Wunstorf gefunden haben“, sagte die Fachbereichsleiterin Alisa Bach, die mit ihren Kollegen viele Fragen beantwortete. Und auch wenn immer mal wieder Skepsis und Ängste bei den direkten Nachbarn durchschimmerten, das Gespräch verlief in einer sachlichen und von viel gegenseitigem Verständnis geprägten Atmosphäre.

Probleme bereitet allerdings IGS-Beteiligten der Zeitplan. Denn schon am 22. Februar will die Region mit dem Abriss eines der Schulgebäude beginnen. Zu der Zeit werden aber in den Pavillonräumen direkt daneben IGS-Schüler unterrichtet, die dorthin ausgelagert sind. Vielleicht verschiebt sich der Abriss noch etwas Richtung Osterferien. Drei Wochen soll die Demontage dauern.

Das hat die Region vor: Der lang gestreckte flache Bau an der Marienburger Straße wird ab März umgebaut. Er ist als Unterkunft geeignet. Das große Hauptgebäude wird abgerissen. An seiner Stelle werden Mobilbauten aus Holz aufgestellt. Zwei zweigeschossige Komplexe werden L-förmig aufgebaut. Das soll im Mai und Juni geschehen. Der Trakt der jetzigen Cafeteria bleibt stehen und bietet Platz für Gemeinschaftsräume. Wenn die IGS-Schüler (geplant 2017) wieder ausziehen, wird deren abgängiger Trakt ersatzlos abgerissen.

Wer sind die neuen Nachbarn?

Was haben die Nachbarn zu erwarten, wenn 64 Flüchtlinge zwischen 15 und 18 Jahren an der Marienburger Straße leben? Wenn die Jugendlichen der Region zugewiesen werden, heißt es zunächst zu ergründen, welche Erfahrungen die Jugendlichen gemacht haben, was ihr Hintergrund ist. Während dieses Klärungsprozesses sind sie schon in ihrer Unterkunft. Fast ausschließlich kommen minderjährige Jungen, die wenigen Mädchen werden andernorts betreut. Die Jungen in Wunstorf sollen möglichst schnell eine Schule besuchen und auch Kontakte nach außen, etwa zu Vereinen, finden. In dem Wohnheim sind 24 Stunden am Tag Betreuer. Jeder Jugendliche bekommt einen Vormund. Mit 18 werden sie anderweitig untergebracht.

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HAZ-Redakteur/in Albert Tugendheim

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