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Besucher schließen mit Wehmut ihre Schule

Wunstorf Besucher schließen mit Wehmut ihre Schule

Mit einer Party nahmen Schüler, Lehrer und Ehemalige Abschied von der Scharnhorstschule. Deren Türen schließen nun nach 111 Jahren.

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Der Popchor Wunstorf begleitete die Abschiedsparty der Scharnhorstschule musikalisch.

Quelle: Lütjens

Wunstorf. „Ich habe 1976 als Schüler hier die Türen mit aufgemacht, unser Sohn Patrick hat sie heute zugemacht“, sagte der Luther Karsten Kutz am Freitagabend bei der Abschiedsparty für die Scharnhorstschule. Ehefrau Cornelia verbindet nur schöne Erinnerungen mit ihrer Schulzeit dort.

So wie ihnen erging es vielen Ehemaligen. Neben Schülern aller Altersgruppen waren auch Lehrer und Schulleiter gekommen. An Stellwänden schauten sie sich Fotos, Zeitungsartikel und Dokumente zur 111-jährigen Geschichte der Schule an, die seit Freitag wirklich Geschichte ist. Über dem Austausch von Erinnerungen schwebte ein Hauch von Wehmut. „Ich bin ja auch für die IGS, aber mir war nicht klar, dass dafür die Scharnhorstschule geschlossen wird“, sagte die frühere Schülerin Daniela Helbsing bewegt.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt führte die aktuellen Schülerzahlen ins Feld. Für die Realschule gab es 38 Anmeldungen, davon zwei aus Hagenburg. Bei der IGS sind es 160, das Hölty-Gymnasium schafft knapp die Fünfzügigkeit. In seiner Brust schlügen zwei Herzen, sagte Eberhardt. „Eine traditionsreiche, stets moderne Schule wird beerdigt. Neues entsteht.“

Heimathistoriker Heiner Wittrock, selbst ehemaliger Scharnhorstschüler, erinnerte an die wechselvolle Geschichte der 1904 als Höhere Knaben- und Mädchenschule gegründeten Schule, an Umzüge, Erweiterungsbauten, Lehrerpersönlichkeiten und besondere Ereignisse. Dazu gehörte auch, dass ein Hubschrauber des Fliegerhorstes Eintopf bei den Bundesjugendspielen einflog. „Es lohnt sich die Tradition zu erhalten mit dem Scharnhorst-Denkmal und den Ehemaligentreffen“, sagte Wittrock.

Launig und ironisch ließ Lehrer Stephan Rykena die Ereignisse nach dem Umzug der Schule an die Aue im Jahr 1976 Revue passieren. Haupt- und Realschule sowie anfangs noch die Orientierungsstufe rauften sich in der von Anfang an zu klein dimensionierten Schule zusammen. Lehrer wurden ständig von neuen Gesetzen und Reformen gepiesackt. Mit dem Ratsbeschluss für die Gründung einer Integrierten Gesamtschule im Jahr 2009 war das Schicksal der Scharnhorstschule besiegelt. „Das ist wie mit den kleinen, inhabergeführten Geschäften und den großen Ketten: Der Käufer entscheidet“, schloss Rykena.

Am Ende ging es bei Musik vom Popchor Wunstorf, dem Bläserquartett Moody Saxes sowie vielen Gesprächen noch fröhlich zu.

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