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Denkmal soll an jüdische Schüler erinnern

Wunstorf Denkmal soll an jüdische Schüler erinnern

Vor dem Hölty-Gymnasium soll am 15. Dezember ein Denkmal für die früheren Schüler Ernst und Ludwig Lazarus eröffnet werden. Damit kommt ein Projekt aus dem Unterricht zu einem dauerhaften Ergebnis, wie Kunstlehrerin Katja Ippisch im Ortsrat Wunstorf berichtet hat.

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Ein Denkmal für die Gebrüder Lazarus soll nach einem Entwurf der ehemaligen Schülerin Isabella Notarianni vor dem Hölty-Gymnasium aufgestellt werden.

Quelle: privat

Wunstorf. Vor zwei Jahren hatte sie sich mit Schülern aus dem elften Jahrgang mit Denkmälern beschäftigt und dafür als Thema die Zwillingsbrüder vorgegeben. "Ihre Geschichte war leider nur zwei Schülern bekannt", sagte sie. Als Juden mussten die damals Zwölfjährigen am 10. November 1938 das Gymnasium wieder verlassen und wurden mit ihrer Familie am 31. März 1942 nach Trawniki bei Warschau deportiert. Seitdem galten sie als verschollen. Im Süden der Stadt ist bereits eine Straße nach ihnen benannt worden.

Die Modelle, die ihre Nachfolger an der Schule jetzt aus Seife schnitzten, wurden nicht nur im Gymnasium präsentiert, sondern mit Unterstützung aus einem Geschichts-Leistungskurs von Lars Kreye auch in den Räumen des Heimatvereins im Rathaus. Der Verein setzte sich ebenso wie die Stiftung Rotes Lehmhaus und weitere private Sponsoren dafür ein, aus den Entwürfen ein Modell Realität werden zu lassen.

Bei einer Wahl unter den Hölty-Schülern setzte sich dafür das Werk von Isabella Notarianni durch, die mittlerweile in Osnabrück studiert. "Es zeigt zwei kniende Figuren. Aus bestimmten Blickwinkel ergibt sich auch ein Anklang an den Davidstern", beschreibt ihre Lehrerin das Konzept. In Stefan Kunze, der in Berlin und Hannover tätig ist, fand sich ein Künstler, der daraus eine Stahlskulptur fertigen wird. Gunter Eckelt vom Heimatverein hat unterdessen bei einem Betrieb in Münchehagen schon einen passenden Sandsteinblock gefunden. Das Denkmal soll vor dem Gymnasium an der Ecke Hindenburgstraße/Oswald-Boelcke-Straße entstehen.

Am 15. Dezember 1941 sind die ersten Wunstorfer Juden deportiert worden, deshalb ist am Jahrestag auch in diesem Jahr wieder eine Feierstunde am Mahnmal vor der Abtei geplant. Im Anschluss soll dann das neue Denkmal in Verbindung mit einer Ausstellung eröffnet werden. Geplant ist auch eine Informationstafel.

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Von Sven Sokoll

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