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Deponie Deetz will Asbest nicht

Fulguritwerk Deponie Deetz will Asbest nicht

Die Deponie Deetz in Brandenburg wird keinen Asbestschlamm von der Halde des ehemaligen Fulguritwerks in Luthe aufnehmen. Das Landesumweltamt Brandenburg fordert laut Region ein Planfeststellungsverfahren.

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Die Asbestschlammhalde wirkt schon fast idyllisch. Im Hintergrund ist der alte Schornstein des abgerissenen Kesselhauses zu sehen.

Quelle: Frank Oheim

Luthe. „Für uns ist das Thema erledigt“, zitierte die Märkische Allgemeine (MAZ) am Dienstag den Geschäftsführer der Märkischen Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (Meab), Dirk-Uwe Michaelis. Die Meab ist Betreiber der Deponie.

Damit gerät der ohnehin schon von Verzögerungen geprägte Zeitplan für die Entsorgung der 170.000 Tonnen von der Luther Halde weiter durcheinander. Schon der Termin nach Ostern, der im April im Bauausschuss des Wunstorfer Rates genannt worden war, hinkte dem Plan deutlich hinterher. Jetzt beginnt die dritte Juli-Woche, und auf der Halde regt sich nichts.

Christina Kreutz, Sprecherin der Region Hannover, versicherte am Dienstag erneut, dass die beauftragte Firma intensiv nach anderen geeigneten Deponien suche und es Alternativen gebe. Wie schnell diese Gespräche abgeschlossen sind, konnte sie nicht sagen.

Allerdings werden auch an den anderen Standorten angesichts des Materials genaue Prüfungen anstehen. Das Landesumweltamt in Brandenburg hat laut Kreutz plötzlich ein Planfeststellungsverfahren für notwendig erachtet. Für Wunstorf wollte dies der Luther Rüdiger Hergt auf dem Klageweg ebenfalls erreichen. Er verzichtete jedoch darauf, als die Region der beauftragten Firma zusätzliche Auflagen machte.

Verzögerungen und Äußerungen irritieren Luther Bürger

Das Planfeststellungsverfahren für Deetz dauere rund ein halbes Jahr und sei bei dem angestrebten Zeitplan nicht machbar, sagte Kreutz. Die Region sei als zuständige Bodenschutzbehörde weiter an einer Lösung interessiert, sei allerdings nicht der Antragsteller.

Irritierend ist die Äußerung des Meab-Geschäftsführers, der am Dienstag nicht zu erreichen war, in der MAZ, dass es im Oktober 2010 zwar eine Anfrage an die Meab gegeben habe, die daraufhin eine Anfrage ans Brandenburgische Landesumweltamt gestellt habe. Doch ein Genehmigungsverfahren sei nicht eingeleitet worden. „Wir sind nicht in Vertragsverhandlungen hineingekommen und haben das Thema dann nicht weiter verfolgt“, zitiert die MAZ Michaelis.

Das deckt sich mit einem Bericht der Leine-Zeitung vom März, widerspricht aber der Äußerung von Kreutz, dass von der Meab sogar eine Annahmeerklärung für das Material vorliege.

„Wenn formelle Verfahren nicht rechtsmäßig verlaufen sein sollten, wäre das ein Hammer“, sagte Wunstorfs Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt. Er könne sich dies allerdings nicht vorstellen, gehe von einer gründlichen Aufbereitung aus. Irritierend seien die ständigen Verzögerungen für die Luther Bürger: „Was sollen sie davon halten? Schließlich hieß es immer, es sei alles in Ordnung.“

Jörg Rocktäschel

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1,6 Millionen Mehrkosten
Foto: Die Asbesthalde in Luthe.

Die Beseitigung des Asbestschlammes der ehemaligen Fulgurit-Deponie in Wunstorf-Luthe wird deutlich teurer als geplant. Die Tatsache, dass statt der ursprünglich vorgesehenen Halde in Brandenburg nun eine im mecklenburgischen Schönberg und eine im schleswig-holsteinischen Rondeshagen angefahren werden soll, schlägt mit Mehrkosten von rund 1,6 Millionen Euro zu Buche.

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