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Die Ernte fällt ordentlich aus

Kolenfeld Die Ernte fällt ordentlich aus

Von Kolenfeld aus werden die Geschäfte des Unternehmens Agravis mit rund 4000 landwirtschaftlichen Betrieben gelenkt. Die Lagerkapazitäten am Standort sollen noch einmal erweitert werden.

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Der Hafen ist ein wichtiger Standortfaktor für Agravis, auch die Lagerkapazitäten sind groß.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Vor einigen Wochen waren die Erwartungen nicht allzu hoch, doch die Getreideernte fällt in diesem Jahr wohl doch nach Menge und Qualität sehr ordentlich aus. Das hat der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt am Donnerstag bei einem Besuch des Unternehmens Agravis Niedersachsen-Süd in Kolenfeld erfahren.

Er konnte beobachten, wie die Traktoren in der Anlieferung an den Lagerhallen Schlange standen und erfuhr von den Geschäftsführern Rainer Widdel und Alexander Nergonewitsch auch, wie das Getreide auf seine Qualität geprüft wird. Denn danach richtet sich, wofür es weiterverwendet kann. Was zum Backen geeignet ist, wird an Mühlen geliefert, anderes wird als Tierfutter eingesetzt. Einen Teil exportiert Agravis aber auch, und das vor allem nach Nordafrika.

Die in ganz Norddeutschland agierende Agravis Raiffeisen AG hat sich in den vergangenen 30 Jahren vor allem aus landwirtschaftlichen Genossenschaften entwickelt, die auch heute noch gut 60 Prozent der Anteile halten. Von Kolenfeld aus steuern Widdel und Nergonewitsch eine Tochterfirma mit 260 Mitarbeitern an 33 Standorten in einem Bezirk, der bis Helmstedt und Halberstadt reicht. In Kolenfeld selbst sind rund 50 Mitarbeiter tätig. Geschäftspartner in NiedersachsenSüd sind 4000 Agrarbetriebe, die durchschnittlich gut 100 Hektar Land bewirtschaften.

Schwerpunkt des Tochterunternehmens ist das Geschäft rund um den Pflanzenanbau, von Saatgut und Dünger bis hin zur Abnahme der Ernte. Allein in Kolenfeld bietet Agravis Lagerplatz für 45.000 Tonnen Getreide. Das ist schon ein besonders großer Lagerstandort, bedingt auch durch den eigenen Hafen am Mittellandkanal. Eine Erweiterung ist dennoch geplant.

Weil das Unternehmen schon bisher viel für die Qualitätskontrolle macht, ärgern sich die Verantwortlichen darüber, dass das Land seit gut einem Jahr für jede Routinekontrolle Gebührenbescheide ausstellt - die Kolenfelder Agravis-Tochter rechnet dadurch mit einer Mehrbelastung von rund 100.000 Euro im Jahr. „Wir klagen deshalb gegen jeden einzelnen Bescheid“, sagte Widdel und wurde darin von Hoppenstedt auch bestärkt.

Weil das Unternehmen auch mit Heizöl handelt, bereitet ihm zudem ein neues Urteil des Bundesgerichtshofs Sorge. Demnach soll, wer eine Heizöllieferung bekommt, ein zweiwöchiges Widerrufsrecht haben. „Das ist praxisfern“, sagte Nergonewitsch. Agravis ordere nach einer Bestellung umgehend auch bei einem Lieferanten und riskiere dann, darauf sitzen zu bleiben.

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