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Dieses Training gibt Sicherheit

Wunstorf Dieses Training gibt Sicherheit

Der Ein- und Ausstieg in den Bus bereitet Menschen im Rollstuhl oder denjenigen, die auf einen Rollator angewiesen sind, häufig Probleme. Bei einem Mobilitätstraining haben Mitarbeiter der Regiobus-Gesellschaft mit Senioren geübt und Ängste abgebaut. Etwa 70 ältere Menschen nutzten das Angebot.

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Während sich andere Kaffee, Wasser und Kuchen schmecken lassen, durchfährt Busfahrer Peter Winterhoff mit einem Rollstuhl einen Rampen-Parcours.

Quelle: Nandy

Wunstorf. So geht es richtig: Vorwärts mit dem Rollator einsteigen und rückwärts wieder aussteigen. „Die Leute machen immer den gleichen Fehler“, sagt Hartmut Algeier, Mobilitätsberater bei Regiobus, am Donnerstag. Sie schieben beim Ausstieg den Rollator vor sich her und es besteht die Gefahr, dass die mobilitätseingeschränkten Personen samt Gefährt nach vorne kippen. Das selbe droht auch Müttern, die mit Kinderwagen oder -karre unterwegs sind. „Ich habe schon gesehen, dass Kinder am Ausstieg aus der Karre gekippt sind “, sagt der Busfahrer. Sein Vorschlag: auch junge Mütter ins Mobilitätsprogramm mit aufnehmen.

Wenn Algeier einen Rollstuhlfahrer an der Haltestelle sieht, nimmt er Blickkontakt auf oder gibt ihm ein Zeichen. Zuerst würden dann vorne die Fahrgäste abgefertigt, anschließend sei er dem Rollstuhlfahrer behilflich.

Anneliese Leuger wird demnächst häufiger mit dem Rollator unterwegs sein. Seit 2014 ist sie auf die Gehhilfe angewiesen. Ihr Mann wird sein Auto abgeben. „Wir müssen zur Oststadtbegegnung und in die Stadt“, sagt die Wunstorferin. „Bisher bin ich immer vorwärts rausgegangen“, bedankt sie sich für den hilfreichen Tipp vom Busfahrer, es künftig andersherum zu machen. Sicherer ist es auch, auf dem ausklappbaren Sitz in der Mitte Platz zu nehmen, statt auf dem Rollator.

Während Leugner das Einsteigen übt, hat sich Busfahrer Peter Winterhoff in den Rollstuhl gesetzt, um einen Parcours mit unterschiedlichen Rampen zu durchfahren. Er habe nun mehr Verständnis, wie schwierig es sei, in den Bus zu gelangen.

Auch der Erste Stadtrat Carsten Piellusch ist vor Ort. Er hat durch seinen Vater schon ein wenig Erfahrung im Umgang mit dem Rollator. Doch was mache man, wenn alle Plätze besetzt seien, möchte er von Georg Janicki, Leiter Verkehrslenkung bei Regiobus wissen. Das komme selten vor. Und im Berufsverkehr seien Rentner weniger unterwegs. In den neuen Bussen sind rechts vom Einstieg zwei Klappsitzplätze vorhanden, zwei weitere gibt es längs der Fahrtrichtung.

Über Platzprobleme weiß hingegen Busfahrer Algeier von der Linie 700, die von Wunstorf nach Hannover fährt, zu berichten. Die sei besonders bei jungen Müttern beliebt. Oftmals verabredeten sie sich an den Bushaltestellen, um gemeinsam in die Stadt zu fahren.

Mit ihrem Rollstuhlgespann hat Marie Hofstede mehrmals am Mobilitätstraining von Regiobus teilgenommen. Sie hat keine Angst, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. „In die Straßenbahnen und die ­U-Bahn brettere ich rückwärts rein“, sagt die Wunstorferin. „Manchmal schreie ich auch: Tür offenhalten!“ Mittlerweile kenne sie in der Umgebung alle Bahnhöfe und fahre mit dem Regionalzug bis an die holländische Grenze. Sie ist als junges Mädchen durch eine Polio-Erkrankung „zivilbehindert“. Seit 1987 ist sie mit dem elektrischen Gefährt unterwegs.

Von Rita Nandy

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