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Dorfgeschichte wird erforscht

Bokeloh Dorfgeschichte wird erforscht

35 Jahre Bokeloher Geschichte arbeitet der Heimatbundvorsitzende Jürgen Thiele auf. Seine Quelle ist das handschriftliche Protokollbuch der Gemeindeversammlungen zwischen 1876 und 1911 - und er sucht Unterstützung.

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Jürgen Thiele wertet ein altes Protokollbuch der Gemeindeversammlungen aus - doch es ist nicht einfach, die Schrift zu entziffern.

Quelle: Sven Sokoll

Bokeloh. Das Buch hatte jemand vor langer Zeit vor dem Müll gerettet und Thieles Vater Heinrich übergeben. Dieser hatte von 1949 an 16 Jahre lang die Schule geleitet und viele Dokumente zur Dorfgeschichte gesammelt. Bis zu seinem Tod hatte er sich aber nicht damit beschäftigt, die Protokolle lesbar zu machen.

Diese Aufgabe aber ist jetzt sein Sohn angegangen: Er hat die rund 150 Seiten eingescannt und übertragen - soweit er die altdeutsche Schrift entziffern konnte. „An einigen Stellen wäre es aber gut, wenn jemand anderes noch mal darüberlesen würde. Manchmal ist es auch ein ziemliches Geschmiere“, sagt Thiele.

Die Gemeindeversammlungen tagten in der betreffenden Zeit bis zu zehnmal im Jahr und hatten viele Themen auf dem Tisch, die Kommunalpolitiker auch heute noch beschäftigen: Sie berieten über den Bau von Wegen und organisierten die Feuerwehr. So wurden 1879 die Spritzenmeister bestimmt, die sich etwa darum kümmern mussten, die Schläuche nach einem Einsatz zu trocknen. In einer Zusammenkunft von 1882 ging es aber auch um eine Dienstanweisung für die Totenfrau, die alle Vorbereitungen für Beerdigungen erledigte und dafür ebenso wie die Spritzenmeister festgelegte Gebühren bekommen sollte.

Die Protokolle wurden von den jeweiligen Vorstehern unterzeichnet, die damals die Oberhäupter in den Landgemeinden waren. Bei Abstimmungen richtete sich die Stimmenzahl danach, wie viel Steuern jemand bezahlt hatte.

Von Sven Sokoll

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