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Naturpark kann noch besser werden

Wunstorf Naturpark kann noch besser werden

Eine Naturparkcard als einheitliche Fahr- und Eintrittskarte und eine Genussroute zu Hofläden und Gaststätten - das sind zwei von vielen Zukunftsideen für den Naturpark Steinhuder Meer. Sie stammen aus dem Entwurf des ersten Naturparkplans, der jetzt zur Diskussion auf dem Tisch liegt.

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Das Naturpark-Team (von links): Frank Behrens (Leiter Info-Zentrum Steinhude), Andrea Zörnig (Geschäftsführerin) und der neue Ranger Hendrik Holte.

Quelle: Rocktäschel

Steinhude. Seit der Gründung des Naturparks 1974 sind schon vielfach Konzepte entwickelt worden, räumen die Planer ein. "Ein Naturparkplan als Gesamtkonzept gab es allerdings in all diesen Jahren nicht", heißt es in der Einleitung. Ein solches Werk zu schaffen war schon im Jahr 2008 zwischen den Trägern Region Hannover sowie den Landkreisen Schaumburg und Nienburg vereinbart worden und geht auch auf einen Beschluss der Regionsversammlung von 2013 zurück. Die meisten Naturparke in Niedersachsen operieren noch ohne solche Pläne.

Das Büro BTE hat seine Bestandsaufname im vergangenen Jahr vorgelegt. Es bewertet den Naturpark im Vergleich als gut ausgestattet - mit sechs Mitarbeitern und einem Budget von 800.000 Euro im Jahr. Unter anderem mit dem Ranger ist er in den vergangenen Jahren stärker vor Ort präsent geworden.

Auch wenn der Erholungsraum insgesamt sehr attraktiv ist, listen die Gutachter doch auch eine Reihe von Schwächen auf. So bestehe ein Ungleichgewicht zwischen der stark besuchten eigentlichen Meerregion und dem übrigen Gebiet des Naturparks, weshalb künftig neue Angebote und Infrastruktur abseits des Sees entwickelt werden sollen. Das gilt auch für neue Radwege, etwa am Steinhuder Meerbach entlang. Die Planer wollen die Potenziale der Rehburger Berge und Hagenburgs stärker nutzen und können sich vorstellen, Flächen wie die Klöster Loccum und Mariensee in den Naturpark einzubeziehen.

Bemängelt werden auch ein zu hoher Anteil an Tagesgästen, zu wenig Angebote bei schlechtem Wetter und der hohe Parkdruck in Steinhude. Außerdem bestehe Nachholbedarf in Sachen Barrierefreiheit. Eine Besonderheit ist, dass der Naturpark sich nicht selbst um die Naturschutzgebiete kümmert, sondern seine Schwerpunkte bei Erholung und Tourismus, Umweltbildung und nachhaltiger Regionalentwicklung hat. Dafür kann er bei weiteren Naturschutzplanungen als Moderator auftreten.

Die Planer wünschen sich noch mehr Angebote in der Umweltbildung, zum Beispiel mit einem Wanderpass. Neue Aussichtstürme im Norden des Naturschutzgebiets Totes Moor und am Hagenburger Moor und ein Informationspunkt am Mardorfer Feld könnten den Besuchern bessere Einblicke in die Naturräume geben. Auch ein Rundweg im Wunstorfer Moor wird empfohlen, Informationstafeln sollen aktualisiert werden.

Zu einer stärkeren Vermarktung regional erzeugter Lebensmittel könnte in ähnlicher Weise auch kommen, dass der Naturpark die Gesundheitsangebote am Meer stärker bündelt und koordiniert.

Viele sollen über Plan mitreden

Der Entwurf des Naturparkplans soll in den nächsten Wochen in den Gremien der Region Hannover sowie der Landkreise Schaumburg und Nienburg ebenso wie im großen Naturparkausschuss und mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Er wird auch im Mittelpunkt der sechsten Steinhuder-Meer-Konferenz stehen, die für Freitag, 25. November, in Poggenhagen geplant ist. In Workshops werden die Teilnehmer darüber diskutieren und ihre Anregungen dazu geben. Für das erste Halbjahr 2017 sind die politischen Beschlüsse geplant. Die Planer des Naturparks gehen davon aus, dass der Planungsprozess, gemeinsam mit allen Akteuren, auch später stetig fortdauern muss. Der Grundlagenband des Naturparkplans kann deshalb auch noch Ergänzungen erhalten.

Von Sven Sokoll

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