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Flüchtling unterstützt das Bad

Luthe Flüchtling unterstützt das Bad

Die Betreiber des Luther Naturerlebnisbades haben die noch recht neue Chance genutzt, einem Flüchtling eine Stelle für einen Bundesfreiwilligendienst bei der Genossenschaft anzubieten.

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Murad Dudaev (dritter von rechts) tritt seinen Bundesfreiwilligendienst im Naturerlebnisbad Luthe an. Ihn empfangen die Kollegen Andreas Langenberg (von links), Christopher Ball und Michael Kuller, Ortsbürgermeister Rolf Hoch, der Genossenschaftsvorsitzende Reinhard Gräpel sowie Jörg Ilgner, Koordinator der DRK-Flüchtlingshilfe in Luthe.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Erst zum 1. Dezember hatte der Bund ein Sonderkontingent mit 10.000 Stellen geschaffen, die nicht nur für die Flüchtlingsarbeit, sondern auch für die Flüchtlinge selbst gedacht sind. Der Luther Genossenschaftsvorsitzende Reinhard Gräpel hatte deshalb noch mit einigen rechtlichen Unklarheiten zu kämpfen. „Wir sind aber bei den Behörden schließlich auf viele Menschen getroffen, die mitgeholfen haben, dass wir es machen können“, sagt er. So hat gestern Murad Dudaev seinen Dienst angetreten, nachdem die Genehmigung in letzter Minute gekommen war.

Der Tschetschene ist vor drei Jahren nach Deutschland gekommen und wohnt jetzt in Luthe. Der 26-Jährige hofft, bis zum Herbst eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen und dann zum Wintersemester sein in Russland begonnenes Jurastudium fortsetzen zu können. Deshalb ist der Vertrag bis zum 30. September befristet. „Ich will nicht nur Geld vom Staat bekommen, sondern gern auch arbeiten“, sagt er über seine Motivation für den Dienst im Freibad.

Weil Dudaev schon ausreichend Deutsch gelernt hat, ist der Sprachkurs nicht notwendig, der bei dem Sonderprogramm des Bundesfreiwilligendienstes vorgesehen ist. Er wird aber zum Rettungsschwimmer und zum Jugendleiter ausgebildet und nimmt auch an einem Erste-Hilfe-Kurs und einem Integrationsseminar teil.

Im Bad soll er ansonsten alle Aufgaben übernehmen, die so anfallen. Im Moment wird es zum Beispiel gründlich gereinigt, später in der Saison kommen die Badeaufsicht und Kassendienste dazu. „Wir glauben, dass das ein guter Beitrag zur Integration ist. Und wir wollen zeigen, dass der Einsatz hier sinnvoll ist“, sagt Gräpel - er ist sicher, dass der neue Kollege für seinen weiteren Lebensweg viel mitnehmen wird.

Die Genossenschaft hat sich eigens erstmals als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst anerkennen lassen und hofft jetzt, dass Dudaevs Beispiel auch hinterher Schule macht. Den Kontakt zu dem jungen Tschetschenen hatte die Flüchtlingshilfe des Luther DRK hergestellt.

Ein Ersatz für den Zivildienst

Der Bundesfreiwilligendienst ist im Jahr 2011 eingeführt worden, als die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst ausgesetzt worden ist. Die Stellen sollen das Allgemeinwohl fördern und nicht mit der freien Wirtschaft konkurrieren. Der Einsatz ist im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich sowie im Sport, in der Integration und auch im Zivil- und Katastrophenschutz möglich. Am 1. Februar waren in Deutschland 41.754 Stellen besetzt, in Niedersachsen 4115. In Wunstorf gibt es weitere Einsatzstellen unter anderem bei den Johannitern, beim Tierheim, bei der Tafel und beim Kinder- und Jugendzentrum Bau-Hof. Alle Angebote lassen sich im Internet unter bundesfreiwilligendienst.de finden. Der Dienst dauert in der Regel zwölf Monate, eine pädagogische Begleitung ist vorgesehen. Für seine Arbeit bekommt der Freiwillige ein Taschengeld. Anders als beim Freiwilligen Ökologischen und beim Freiwilligen Sozialen Jahr gibt es kein Höchstalter.

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