Volltextsuche über das Angebot:

31 ° / 15 ° sonnig

Navigation:
Flüchtlinge besuchen Höfe

Kolenfeld/Liethe Flüchtlinge besuchen Höfe

Flüchtlinge und Landwirtschaft - das kann gut zueinander passen. In dieser Überzeugung hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bei einer Tour durch die Region am Dienstag bei 50 Flüchtlingen für grüne Berufe geworben - auch die Höfe Arkenberg in Kolenfeld und Wegener in Liethe waren zwei der Stationen.

Voriger Artikel
Netto-Marktbaut um und wird moderner
Nächster Artikel
Plan für Kornblumenweg steht

Die Besucher sehen sich den Kuhstall in Kolenfeld an, wo Fred Arkenberg auch das vollautomatische Melken erklärt.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Die Gruppe kam überwiegend aus einer Unterkunft auf dem hannoverschen Messegelände. Die Teilnehmer hatten zum Teil schon in ihren Heimatländern Erfahrungen in der Landwirtschaft gesammelt und hatten Interesse signalisiert, daran jetzt anzuknüpfen. 13 Berufsschülerinnen komplettierten die Gruppe, bei denen Interesse für Ausbildungen auch im Bereich Gartenbau und Hauswirtschaft geweckt werden sollte.

Nach der Begrüßung bei der Kammer in Hannover-Ahlem hatten die Flüchtlinge als Erstes einen Einblick in die Rittergüter Erichshof in Gehrden und Groß Munzel bekommen. Bei Familie Arkenberg in Kolenfeld stand zunächst der hoch technisierte Milchkuhstall im Mittelpunkt, danach die Biogasanlage - beides ausgeprägte Beispiele dafür, dass heute Technik eine große Rolle spielt. „Entsprechend groß ist der Weiterbildungsbedarf“, sagte Matthias Heyder, der dafür bei der Kammer zuständig ist - auch wenn ein Teil der Flüchtlinge durchaus viele Kenntnisse mitbringt.

„Wir haben bisher noch keine Berührungspunkte mit Flüchtlingen gehabt, aber heute ist es ein guter Auftakt“, sagte Ina Arkenberg-Kallmeyer. Die Kammer beschäftigt sich allerdings auch erst seit dem Herbst intensiver mit den Flüchtlingen. Viele Betriebe seien bereit, Praktika anzubieten, hieß es. „Konzepte für die Weiterbildungen haben wir auch in der Schublade“, sagte Heyder. Zentrale Einrichtungen der Landwirtschaftskammer bieten gute Voraussetzungen dafür. Das Ziel sind durchaus dauerhafte und qualifizierte Arbeitsverhältnisse.

In Liethe berichtet Regina Wegner, wie ihre Familie mit Hofverkauf und Café erfolgreich neue Wege beschritten hat - und servierte den Besuchern selbst Kuchen. Stefan Ortmann, Leiter des Geschäftsbereichs Landwirtschaft, fragte dort zum Abschluss danach, wer sich den Weg in die Landwirtschaft vorstellen kann - und einige Hände gingen spontan in die Höhe.

Frist muss erst verstreichen

Nach der Anerkennung dürfen Flüchtlinge sofort eine Tätigkeit aufnehmen. Für Asylbewerber und Geduldete gilt das nach drei Monaten, dafür müssen sie aber eine Beschäftigungserlaubnis beantragen. In den ersten 15 Monaten wird dabei noch geprüft, ob die Stelle nicht mit jemandem mit gesichertem Aufenthaltsstatus besetzt werden kann. Auf ihrer Internetseite agrarjobboerse.de hat die Landwirtschaftskammer Informationen zur Beschäftigung von Flüchtlingen zusammengetragen, auch Links zur Bundesagentur für Arbeit und zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Besuch im Flüchtlingswohnheim
„Ich habe schon Angst, dass einige hier Mist machen“: Flüchtlinge auf dem Lehrter Bahnhof.

Flüchtlinge sind an Debatten über Flüchtlinge kaum beteiligt – dabei haben viele einen eigenen Blick auf die Dinge. „Es muss ja nicht Deutschland alle Flüchtlinge aufnehmen - wir brauchen eine europäische Lösung“, sagt der 22-jährige Najem aus Syrien. Und: „Die Stimmung in Deutschland hat sich komplett verändert.“

mehr
Mehr aus Nachrichten
doc6r6902mxspz1lzvo339a
Segel-Club feiert sein 95-jähriges Bestehen

Fotostrecke Wunstorf: Segel-Club feiert sein 95-jähriges Bestehen