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Förderkreis vor neuen Herausforderungen

Wunstorf Förderkreis vor neuen Herausforderungen

Vor 20 Jahren wurde der Förderkreis des "Tagestreffs Wunstorf" für wohnungslose und arme Männer und Frauen gegründet. Im Festakt zum 20-jährigen Bestehen im Kirchlich-Diakonischen Zentrum St. Johannes gaben Vorsitzender Gerd Steffen und Festredner einen Rück- und Ausblick.

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Gerd Steffen, Vorsitzender des Förderkreises Tagestreff lässt die Geschichte der Einrichtung Revue passieren.

Quelle: Lütjens

Wunstorf. Im Jahr 1995 wurden Haushaltsmittel gekürzt. Für den Tagestreff drohten der Wegfall der zweiten Sozialarbeiterstelle und reduzierte Öffnungszeiten trotz steigender Besucherzahlen. Kommunalpolitiker Kurt Rehkopf, der Geschäftsführer des Wunstorfer Bauvereins, Eckart Jeschke, der Superintendent des Kirchenkreises Wunstorf, Claus-Dieter Henkelmann, sowie Dirk Addicks vom Diakonischen Werk Hannover als Träger des Tagestreffs riefen zur Gründung eines Förderkreises auf. Am 13. Mai 1996 war es soweit. 57 Mitglieder traten bei, zum Vorsitzenden wurde Henkelmann gewählt, dem 2007 Gerd Steffen folgte.

Seitdem ist es jedes Jahr gelungen, die finanziellen Restmittel zur personellen und sachlichen Ausstattung des Tagestreffs zu sichern. "Das sind 25.000 Euro im Jahr, mehr als eine halbe Million Euro im Gesamtzeitraum", sagte Steffen. Mehr als 30 Ehrenamtliche ermöglichen die Öffnung des Tagestreffs an Wochenenden im Winterhalbjahr sowie die Organisation des Basartisches beim Weihnachtsmarkt.

Aber der Förderkreis steht auch vor neuen Herausforderungen. Die Mitglieder werden nicht nur älter, sondern auch weniger. Spenden und Ehrenamtliche werden weiterhin benötigt. Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes, Theologischer Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Hannover und Trägervertreter des Tagestreffs, machte die Problematik an fünf Themen fest. Die Zahl der Wohnungslosen hat sich 2015 fast verdoppelt, vor allem durch viele Menschen aus Osteuropa.

Es gebe viel zu wenig kleine bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen. Die Zahl der wohnungslosen jungen Menschen unter 25 Jahren steigt. Es werde medizinische Versorgung für Betroffene benötigt und ebenso eine Lobby - Menschen die sich kümmern. "Sie kriegen es hin, dass es hier in Wunstorf nicht so schlimm ist, wie anderswo", sagte Müller-Brandes.

Birgit Mares, stellvertretende Bürgermeisterin, verkündete, dass sie dem Förderkreis beitreten wolle und auch im Winter im Tagestreff helfen wolle. Auch Müller-Brandes erklärte seine Mitgliedschaft. Ulla Schultz vom DRK Steinhude-Großenheidorn übergab Steffen eine Spende von 500 Euro. Holger Butenschön, Vertreter des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf betonte die praktizierte Nächstenliebe ohne Ansehen der Person im Tagestreff. Die Kirchenkreiskollekte vom 5. Februar 2017 soll dem Förderkreis gespendet werden, sagt er. Der Förderkreis habe nicht nur den Fortbestand des Tagestreffs gesichert, sondern auch zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Wohnungslosen beigetragen, sagte Pastor Claus-Carsten Möller von der Kirchengemeinde St. Johannes.

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Festredner, ehemalige und aktuelle Vorstandsmitglieder setzen sich für den Tagestreff und den Förderkreis ein.

Quelle: Lütjens
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