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Betreuungsverein feiert 25-jähriges Bestehen

Wunstorf Betreuungsverein feiert 25-jähriges Bestehen

Mit einer Gartenparty hat der Freundeskreis Betreuungsverein Wunstorf am Freitag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Kein Anlass zum Jubeln bietet jedoch die Bezahlung für die rechtliche Betreuung. Statt nach dem tatsächlichen Arbeitsaufwand zu vergüten, wurde 2005 eine Pauschale eingeführt.

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Der Geschäftsführer des Freundeskreis Betreuungsvereins Wunstorf Dirk Weber-Reichwald begrüßt die Gäste der Jubiläumsfeier zu einer Gartenparty mit Musik der Wunstorfer Klinikband Auf Reisen, Kunstaktion und Tombola.

Quelle: Rita Nandy

Wunstorf. Seit 2009 habe es keine Erhöhung des Stundensatzes, der bei 44 Euro liegt, gegeben, klagt Geschäftsführer Dirk Weber-Reichwald. Eine Änderung des Betreuungsvergütungsgesetzes habe bereits den Bundestag passiert, sei aber dann durch ein Veto einiger Bundesländer wieder von der Tagesordnung des Bundesrates genommen worden. "Wir beklagen uns nicht über die Förderung des Vereins. Die ist in der Region Hannover zufriedenstellend aufgestellt", stellt der Geschäftsführer klar. Das Problem sei der Stundensatz. Der diakonische Betreuungsverein Hannover habe bereits Insolvenz anmelden müssen. 

"Wir tragen viel Verantwortung", beschreibt Weber-Reichwald seine Tätigkeit. "Man lernt nie aus und auch skurrile Persönlichkeiten kennen." Als "super spannend" bezeichnet auch Betreuerin Astrid Esders-Klas ihre Aufgabe. Zehn Mitarbeiter, davon neun Betreuerinnen und eine Büroleiterin sind in der Einrichtung an der Blumenauer Straße 11 tätig.

Acht Gründungsmitglieder, vier davon sind immer noch aktiv, haben den Verein am 25. August 1992 ins Leben gerufen. Damals wurde eine Person eingestellt. Ein Jahr später kam eine Mitarbeiterin hinzu.

Auch die Zahl der Betreuten, die nach dem Grad ihrer noch erhaltenen Selbstbestimmungsmöglichkeiten Hilfe erhalten, ist laufend gestiegen. Derzeit werden 280 Klienten aus dem Amtsgerichtsbezirk Neustadt betreut. Dazu zählen neben Wunstorfern auch Neustädter und Garbsener. Eine Betreuung könne jeder, beispielsweise Nachbarn, die Polizei oder Bankangestellte anregen, erläutert die Betreuerin. "In der Regel sind es aber Angehörige oder Ärzte." Es werde ein Antrag bei Gericht gestellt. Bevor ein Richter des Amtsgerichts sein Urteil fällt, werden ein Gutachter, ein Facharzt für Psychiatrie, sowie der potenzielle Betreute angehört. Anschließend werde ein Betreuer vorgeschlagen. Meistens, aber nicht immer stimme die Chemie zwischen ihm und dem Klienten, sagt Esders-Klas. "Die Betreuung kann zu jedem Zeitpunkt aufgehoben werden." Der Begriff Betreuung sei oftmals irreführend, findet die Mitarbeiterin, die lieber von rechtlicher Vertretung spricht. "Wir nehmen Persönlichkeitsrechte wahr und übernehmen keine Alltagsbetreuung." Der Verein bietet auch Beratungen zu Vorsorgevollmachten an und wirbt ehrenamtliche Betreuer, die von den Mitarbeitern ausgebildet werden.

Das Büro an der Blumenauer Straße 11 ist montags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr und dienstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Nähere Informationen zum Verein finden sich im Internet unter www.freundeskreis-betreuungsverein.de.

Von Rita Nandy

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