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Geschichts-AG befragt Bürger

Wunstorf Geschichts-AG befragt Bürger

2018 jährt sich der Beginn der Weimarer Republik zum 100. Mal. Der Heimatverein, das Stadtarchiv, das Fischer- und Webermuseum, das Forum Stadtkirche und eine Hölty-AG arbeiten an einer Ausstellung.

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Lasse Lathwesen (von links), Luca Dario Fuhrmann, Lars Kreye und Leena Gaedt befragten Bürger über die Weimarer Republik.

Quelle: Leon Denecke

Wunstorf.  Auf dem Marktplatz war war die Geschichts-AG des Hölty-Gymnasiums am Dienstagnachmittag zu finden. Die drei Schüler aus der neunten und zehnten Klasse, sowie aus der Oberstufe, befragten Bürger zu bekannten Gesichtern aus der Zeit der Weimarer Republik.  Die Interviews wurden gefilmt und werden im nächsten Frühjahr bei der geplanten Ausstellung zur Weimarer Republik in der Stadtkirche gezeigt. Der Heimatverein, das Stadtarchiv, das Fischer-und Webermuseum, das Forum Stadtkirche und die Geschichts-AG arbeiten gemeinsam an der Ausstellung. Die Leitfrage ist dabei, was die Bedingungen für das Gelingen von Demokratie sind und wieso die erste deutsche Demokratie scheiterte. Auf dem Marktplatz sollten die Passanten bekannte Gesichter der Zeit um 1920 erkennen. Hitler und Einstein waren kein Problem, doch Hindenburg wurde von vielen nicht erkannt. Die Schüler stellten den Bürgern auch Fragen zu den Personen und zur Zeit der Weimarer Republik. 

„Von der Demokratie hatte man damals noch nichts verstanden. Viele waren einfach überrannt nach dem Ende des Kaiserreichs“, erklärte ein Befragter. „Wir sind ja schon älter, deswegen kennen wir diese Leute auf den Fotos“, ergänzte seine Frau. Doch aus der Fragerei wurde schnell eine lebhafte Diskussion zwischen Schülern und den Befragten. „Wir können heute viel für die Demokratie machen – zum Beispiel wählen gehen. Wenn man nicht wählt, dann lässt man zu, dass die Interessen einer Randgruppe wichtiger werden als die Interessen der breiten Mehrheit“, erzählte Luca Dario Fuhrmann von der Geschichts-AG. Lars Kreye ist der leitende Lehrer der Ag. Für ihn ist es wichtig, dass die Schüler auch allein an einzelnen Themen arbeiten. „Die Sprechstunde hier in der Fußgängerzone ist der Einstieg in das Thema“, sagte er. Derzeit sind vier Schüler in der AG, einer aus der neunten Klasse, zwei aus der zehnten und eine Oberstufenschülerin.“ 

Insgesamt erkennen die Wunstorfer die bekannten Gesichter der Zeit, doch nur wenige haben tatsächlich Vorstellungen über die Niederlage der ersten deutschen Demokratie. In der Schule ist die Zeit der Weimarer Republik auch kein Pflichtthema. Doch es ist wichtig zu wissen, wieso die Demokratie nach 14 Jahren kaputt gegangen ist und was die Bedingungen für ein Gelingen von Demokratie sind. Die Ausstellung im nächsten Frühjahr ist deshalb nicht bloß eine Informationsveranstaltung, sondern kann dazu beitragen, dass die Menschen mehr über die Zeit zwischen Kaiserreich und NSDAP-Dikatur lernen und verstehen, wieso die Demokratie scheitern konnte. 

Von Leon Denecke

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