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Großes Defizit belastet den Kulturring

Wunstorf Großes Defizit belastet den Kulturring

Der Kulturring wählt seine Stücke mit Bedacht und Sachverstand aus. Dennoch trifft die Auswahl offenbar nicht immer den Nerv der Menschen. Dem Kulturring befindet sich deswegen in schwierigen Zeiten: Knapp 20.000 Euro Defizit belasten die Veranstalter.

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Kulturring-Vorsitzender Siegfried Kröning (links) bedankt sich bei Hellmuth Kahnt für dessen jahrzehntelange Mitarbeit.

Quelle: Albert Tugendheim

Wunstorf. Das hat Vorsitzender Siegfried Kröning in der Jahresversammlung des Vereins selbstkritisch berichtet. Indikator für die Feststellung sind die Zuschauerzahlen, die beispielsweise in der Reihe des großen Abonnements mit 2069 deutlich hinter dem Vorjahr zurückblieben. Folglich bestand keine Möglichkeit für den Vorstand, das in der Vorsaison aufgelaufene Defizit auszugleichen. Das Jahresergebnis weist ein Defizit von 19.400 Euro aus.

Kulturarbeit zu betreiben bedeute zugleich, Wertevermittlung zu bedenken, so schreibt Kröning in seinem Jahresbericht. Daher habe er in der vergangenen Saison wieder Theaterstücke der Weltliteratur im großen Abonnement angeboten. Mit Ausnahme von Brechts „Dreigroschenoper“ blieben bei allen Aufführung mehr als die Hälfte der Theatersitze leer. Auch im mehr auf Unterhaltung ausgelegten kleinen Abonnement blieben die Zuschauerzahlen jeweils unter 300.

Wert legt Kröning schon immer auf eine Stückeauswahl, die auch die Schüler interessieren sollte. Allerdings erwies sich das in der Vergangenheit als schwierig. Negativer Höhepunkt: Die literarische Collage „Er verging wie der Rauch“, die das Abiturthema Erster Weltkrieg behandelt, musste mangels Resonanz abgesagt werden. Die Gymnasiasten besuchten stattdessen eine Theateraufführung in Hannover. Kröning hat inzwischen begonnen, Kontakte zu den Pädagogen zu knüpfen.

Während Neujahrskonzert und Kinder- und Jugendtheater sehr gut besucht werden, macht die Kammermusik dem Kulturring weiter Sorgen. Hervorragend sei die Qualität der Musiker, ohne dass das der Öffentlichkeit genügend bekannt sei, beklagte Kröning.

Auswahlkriterien überdenken, Werbung forcieren, Zuschussmöglichkeiten nutzen und Spenden sammeln, unter anderem mit diesen Aufgaben will der Vorstand dem Zuschauerschwund und damit verbunden dem finanziellen Defizit entgegenwirken. Zweifel an der Arbeit des Gremiums gibt es nicht, einstimmige Entlastung war am Dienstag die Folge.

Neben leicht erhöhten Eintrittspreisen hat die Versammlung die sanfte Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für die etwa 60 Mitglieder beschlossen. Dabei gab es eine schwer nachvollziehbare Diskussion um die Erhöhung. Gerade mal 3 Euro monatlich müssen Einzelpersonen nun zahlen (bisher 2), Paare 4 Euro und Betriebe 70 Euro im Jahr.

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Von Redakteur Albert Tugendheim

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