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Gedenkstein an Lager weckt großes Interesse

Wunstorf Gedenkstein an Lager weckt großes Interesse

Mit so vielen Besuchern hatte der Heimatverein Luthe nicht gerechnet. Etwa 60 Gäste nahmen am Sonnabendmittag an der kleinen Feier rund um den neuen Gedenkstein an das ehemalige Luther Entlassungslager teil. Darunter waren auch Zeitzeugen sowie deren Angehörige.

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Kleine Feier rund um den neuen Gedenkstein an das Luther Entlassungslager: Albrecht Ganskopf (3. von links) Verfasser einer Schrift zum Entlassungslager, im Kreise der Zeitzeugen Franz Wollny (von links), Helmut Rusch, Hans Wiebe, Hermann Dreier und Walther Ludebühl.

Quelle: Rita Nandy

Luthe. Nach einem Bericht unserer Zeitung erhielt der Vereinsvorsitzenden Wilfried Segge zahlreiche Anrufe, unter anderem aus Garbsen, Meyenfeld, Kolenfeld und Großenheidorn. "Das war schon bewegend", sagt er.

Einige der Besucher hatten auch noch Entlassungspapiere mit dabei. Darunter die Schwestern Margarete Kuschel und Helga Hagemeier. Ihr Vater Fritz Stegelmeier war aus dem Lager am Luther See am 28. Juli 1945 entlassen worden. Als Familienstand stand auf dem Papier verheiratet, keine Kinder. "Meine Schwester Margarete wurde am 3. Juli geboren. Er hat damals noch nicht gewusst, dass er eine Tochter hat", erzählt Helga Hagemeier. Bei einem späteren Besuch seiner Ältesten, die nach Wunstorf gezogen ist, habe er auf die Leinewiesen gezeigt und gesagt: "Da habe ich gelegen."

Direkt auf dem Gras hat damals Helmut Rusch geschlafen. "Ich war 23 Jahre alt. Das hat mir nichts ausgemacht." Er sei mit dem LKW aus Italien gekommen. Der Hauptmann, der Dienstgrad sei kein Verdienst gewesen, sondern den hohen Verlusten an Soldaten geschuldet, hat bei seiner Entlassung 80 Reichsmark erhalten, wie er erzählt. Der 94-Jährige bedankte sich beim Heimatverein Luthe für den "würdigen Stein", der angemessen an das ehemalige Entlassunglager erinnere.

Dank sprach auch Wilfried Segge an den Luther Holger Braun aus, der den Rohling für den Gedenkstein gespendet hat. Das 30 Hektar große Entlassunglager sei ein wichtiger Teil der Luther Geschichte, sagte der Heimatvereinsvorsitzende in seiner kurzen Ansprache. Zwischen 35.000 und 54.000 Gefangene seien in den elf Wochen des seines Bestehens von dort aus in die Freiheit entlassen worden. Die Geschichte des Lagers hat der Luther Albrecht Ganskopf, der ebenfalls anwesend war, in einer Broschüre festgehalten.

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Von Rita Nandy

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