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Heimatverein eröffnet neue Ausstellung

Wunstorf Heimatverein eröffnet neue Ausstellung

Der Heimatverein Wunstorf hat am Donnerstag seine neue Ausstellung "Mit Davidsschild und Menora" eröffnet. Im Mittelpunkt stehen die jüdischen Friedhöfe in Hannover und auch Wunstorf als Zeugnisse des einst regen jüdischen Lebens.

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Der Historiker Peter Schulze spricht zur Eröffnung der Ausstellung "Mit Davidsschild und Menora" beim Wunstorfer Heimatverein.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. "Die Friedhöfe sind vielerorts die einzigen verbliebenen historischen Stätten, die daran erinnern. Mögen sie erhalten bleiben", sagte der Historiker Peter Schulze bei der Eröffnung. Deshalb war die Wanderausstellung vor mehr als 20 Jahren ursprünglich für das Kulturzentrum Faust konzipiert worden. Sie beinhaltet Fotografien von Hartmuth Schröder, von denen in Wunstorf rund 35 gezeigt werden, ergänzt um lokale Informationen. "Ich danke allen, dass das möglich geworden ist", sagte die Heimatvereins-Vorsitzende Daniela Hauf.

Allein in Hannover gibt es 20 dieser Friedhöfe. Besonders in der jüdischen Kultur ist, dass ein Grab auf ewig unangetastet bleiben muss, so dass sich vielfach mehrere Schichten übereinander befinden. Eine wichtige Rolle für die Zeremonien im Todesfall spielten eigene Verbände, so auch in Wunstorf ein eigener Wohltätigkeitsverein bis 1869. "Sie haben wesentlich zur Aufrechterhaltung jüdischer Identität beigetragen", betonte Schulze.

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In Wunstorf sind jüdische Einwohner seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen. Auf dem alten Friedhof am Ende der Langen Straße, heute Betriebsgelände von Pelz, wurden von 1690 bis 1827 jüdische Bürger beigesetzt, dann erfolgte der Wechsel an die Nordrehr. Dort sind noch heute 90 Gräber zu sehen. Auf dem Friedhof an der Steinhuder Seite des Hohen Holzes stehen 62 Grabsteine, er gehörte zur früheren Hagenburger Gemeinde.

Doch dann kam die dunkle NS-Zeit mit der Vernichtung des jüdischen Lebens, bis 1943 wurden alle Gemeinden aufgelöst. "Es ist davon auszugehen, dass es zwischen 1938 und 1942 sehr viele Suizide gab. Dazu gibt es viele Nachforschungen", berichtete Schulze: Die Furcht vor der drohenden Deportation in die Konzentrationslager hat wohl viele jüdische Bürger zu diesem Schritt getrieben.

In einer Vitrine der Ausstellung liegt auch eine Tora-Rolle aus dem Bestand des Wunstorfer Stadtarchivs. Unklar ist, ob die Schrift in der Wunstorfer jüdischen Gemeinde genutzt wurde. "So ist die Überlieferung, aber einen Beleg haben wir dafür nicht", sagte Stadtarchivar Klaus Fesche.

Die Ausstellung dauert bis zum 23. November und wird von Vorträgen und Exkursionen begleitet. Weitere Informationen dazu unter www.heimatverein-wunstorf.de. Die Heimat-Info, Südstraße 1, ist geöffnet mittwochs von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 12.30 und sonnabends von 10 bis 14 Uhr.

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