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Initiative will kirchliche Gesamtschule kippen

Klage Initiative will kirchliche Gesamtschule kippen

Die Eltern einer Schülerin des ersten IGS-Jahrganges in Wunstorf ziehen vor Gericht. Sie wollen die Aufhebung der staatlichen Schule rückgängig machen.

Wunstorf. In Wunstorf gibt es Widerstand gegen den Übergang der Integrierten Gesamtschule vom Staat in die Trägerschaft der evangelischen Kirche. Die IGS war vergangenes Jahr zunächst als öffentliche Schule gestartet, weil die Vorbereitungen der Landeskirche noch nicht weit genug gediehen waren. Inzwischen hat die Landesschulbehörde die kirchliche IGS genehmigt und der Aufhebung der staatlichen Schule zugestimmt.

Die türkischen Eltern einer Schülerin des ersten IGS-Jahrganges ziehen dagegen vor Gericht. Sie bezweifeln, dass rechtliche Vorgaben eingehalten werden, „wenn im Jahre 2010 eine staatliche Gesamtschule errichtet wird, um sie im Jahr 2011 wieder zu schließen“. Sie sprechen von Vertrauensschutz. Stadt Wunstorf und Landeskirche wollen den ersten IGS-Jahrgang aus organisatorischen Gründen unter dem Dach der evangelischen Schule zu staatlichen Bedingungen unterrichten. Ein Übernahmevertrag soll die Interessen der Familien wahren. Beispielsweise müssen diese Eltern kein Schulgeld zahlen. Die Gegner dieser Regelung bezweifeln, dass ein staatlicher Jahrgang unter kirchlichem Dach möglich ist.

Die klagenden Eltern, die der sunnitischen Glaubensrichtung angehören, sehen sich in einer Schule mit evangelischem Profil in keiner Weise aufgehoben, heißt es in dem Anwaltsschreiben. So sei kein Unterricht im Fach Werte und Normen an der kirchlichen IGS vorgesehen. Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track versichert dagegen, der staatliche Jahrgang werde weiter in diesem Fach unterrichtet. Die Klageführer bestreiten, dass es realistisch sei, „eine Klasse an einer kirchlichen Schule als Fremdkörper, abgeschottet vom sonstigen System und vom evangelischen Profil, zu führen“. In Wolfsburg habe die Kirche das ohne Probleme exerziert, sagt dagegen die Kirchenvertreterin.

Die Kläger, die zur Wunstorfer Initiative „Pro staatliche IGS“ gehören, bezweifeln aber auch generell die Legitimität der kirchlichen Schule. Als die Stadt Wunstorf bei Eltern das langfristige Interesse an einer neuen IGS abfragte, sei man noch von der Gründung einer staatlichen Schule ausgegangen. Besonders etliche Eltern türkischer Abstammung setzten sich nun für die staatliche IGS ein. Die Stadt Wunstorf beruft sich hingegen auf eine weitere Abfrage bei den Eltern der IGS-Schüler: Fast alle seien für die Trägerschaft der Kirche.

Albert Tugendheim und Bärbel Hilbig

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