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Junges Publikum fiebert bei zertanzten Schuhen mit

Wunstorf Junges Publikum fiebert bei zertanzten Schuhen mit

Eine umjubelte Premiere hat gestern das Theater für Niedersachsen mit dem Märchen „Die zertanzten Schuhe“ gefeiert. Beide Kinder-Vorstellungen im Stadttheater waren mit jeweils rund 540 Besuchern ausverkauft.

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Der Schuster (rechts) triumphiert: Er weiß, wo die Prinzessinnen ihre Schuhe zertanzen. Der Prinz hat das Nachsehen.

Quelle: Lütjens

Wunstorf. „Weiter, weiter“ und „Zugabe“ riefen die begeisterten Grundschüler noch auf dem Heimweg. Das freute auch den in Steinhude aufgewachsenen Regisseur Gero Vierhuff und sein Ensemble. „Die Kinder waren sehr aufmerksam und haben die Handlung gut verstanden“, sagte er. Das war auch dem glänzend aufgelegten, spielfreudigen Ensemble zu verdanken. König, Prinz und Prinzessinnen, Schuster und Kräuterfrau zogen die Kleinen in ihren Bann.

Er ist in Steinhude aufgewachsen und hat 1993 sein Abitur am Hölty-Gymnasium gemacht. Gestern hat Regisseur Gero Vierhuff (41) aus Anlass der Premiere des von ihm inszenierten Märchens „Die zertanzten Schuhe“ ein Wiedersehen mit Wunstorf gefeiert. Inzwischen lebt der Vater von zwei Kindern in Hamburg. Mit ihm sprach Mitarbeiterin Anke Lütjens:

„Das Stück war heute unsere Reifeprüfung“

Wie war heute das Wiedersehen mit Wunstorf für Sie?

Ich habe bei meiner Mutter in Steinhude übernachtet und bin heute morgen mit einem Bus voller Hölty-Schüler in die Stadt gefahren. Außerdem habe ich meine ehemalige Grundschullehrerin, Ingrid Wruck, getroffen. Viele, alte Freunde leben auch noch hier und 96-Fan bin ich nach wie vor.

Wie beurteilen Sie die heutige Premiere?

Das war unsere Reifeprüfung heute und ich bin ganz zufrieden.

Sind sie fest am Theater engagiert?

Nein, seit 2004 bin ich freischaffend tätig. Das Theater für Niedersachsen und andere Bühnen engagieren mich für einzelne Projekte. Als nächstes steht am TfN Macbeth an.

Wollten sie schon immer zum Theater und wie sind Sie dazu gekommen?

Mein Vater hatte auch mit Theater zu tun. Nach dem Abitur habe ich dann in Hildesheim Angewandte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis mit Hauptfach Theater studiert. Als ich gemerkt habe, das kann ich, packte mich der Ehrgeiz. Ab 2001 folgten Stationen als Regieassistent in Göttingen, Hamburg und Kassel. Seit 2003 arbeite ich an mehren Bühnen als Produzent und Regisseur sowie in der freien Theaterszene. In Hamburg habe ich außerdem noch ein eigenes Projekt.

Was bedeutet Ihnen ihre Arbeit?

Es ist sehr schwer, sich erst mal durchzusetzen. Seine eigenen Ideen zu den Stücken umzusetzen, ihnen eine Prägung geben: Das zu machen, ist wirklich ein Geschenk. Es ist eben kein Null-acht-fünfzehn-Job.

Lieber Theater oder Film?

Ich habe zwar jetzt gerade zwei Musikvideos gemacht, aber die Theaterarbeit hat schon Priorität. Der Kontakt mit dem Publikum ist unmittelbarer und direkter – interaktiver eben. Das Gegenwärtige ist das Wichtigste an der Theaterarbeit.

Haben Sie ein Lieblingsstück?

Das nächste ist immer das liebste Projekt. Für das TfN studieren wir als nächstes Shakespeares Macbeth ein. In dieser Spielzeit habe ich das Schauspiel „Der gute Tod“ und eben das Märchen „Die zertanzten Schuhe“ inszeniert. Die Situation vieler Theater ist in finanzieller Hinsicht heutzutage schwierig, Bühnen werden staatlich unterstützt.

Wie beurteilen sie das?

Ohne Subventionen ist Theater fast gar nicht mehr machbar. Eine Gesellschaft wie unsere muss sich Theater einfach leisten. Ich halte das für ganz wichtig im Hinblick auf Meinungsbildungsprozesse. Das betrifft ja nicht nur Stadt- und Staatstheater, sondern auch die freie Szene. Diese finanziert sich ja auch über Projektförderung.

Wie ist die Lage am Theater für Niedersachsen?

Viele Faktoren spielen eine Rolle wie zum Beispiel Tarifverhandlungen beim Personal. Wie überall gibt es immer wieder Diskussionen und es ist tendenziell schwierig.

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