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K+S entwickelt Perspektiven

Bokeloh K+S entwickelt Perspektiven

Die Zäsur, das Ende des Bergbaus im Kaliwerk Sigmundshall in rund fünf Jahren, ist absehbar und beschäftigt die Verantwortlichen des Konzerns K+S zunehmend. Dennoch läuft der Betrieb noch normal und auch im vergangenen Jahr wieder durchaus rentabel.

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Der Kaliabbau läuft im Bokeloher Werk Sigmundshall bisher noch rentabel - doch in den nächsten Jahren werden Alternativen zum Bergbau notwendig, weil die Vorkommen nur noch mit großen Mühen nach oben geholt werden können.

Quelle: Sven Sokoll

Bokeloh. Investitionen in das Werk Sigmundshall mit seinen 770 Mitarbeitern gibt es wegen der begrenzten Perspektiven nur noch gedrosselt, die Mitarbeiter haben mittlerweile viel Talent dabei entwickelt, alte Gerätschaften zu reparieren. „Man achtet aber natürlich darauf, dass wir handlungsfähig bleiben“, betonte der Werksleiter Matthias Schrader gestern in einem Pressegespräch. Denn rentabel ist der Betrieb ja noch, und dabei wird es in den nächsten fünf Jahren wohl auch noch bleiben.

Allerdings sind die Produktionsbedingungen schwieriger geworden - in über 1400 Metern Tiefe müssen die Bergleute mit Temperaturen von mehr als 50 Grad zurechtkommen, müssen viel trinken und bei Bedarf Klimakammern aufsuchen. Darüber hinaus würde der Abbau mit noch höherem Aufwand sich nur bei einem deutlich höheren Kalipreis noch lohnen.

Was außer der Rekal-Anlage künftig noch auf dem Gelände in Betrieb sein wird, dazu setzen jetzt die Planungen ein. Erfahrungen anderer Standorte zeigen, dass Anlagen auch umgenutzt werden können. „Ich sehe aber nicht, dass wir mit Macht hier andere Industrien herholen werden“, sagte Schrader.

Der Werkschef ist jetzt auch Projektleiter für die Reaktivierung des Kalibergwerks Siegfried Giesen bei Hildesheim geworden, das den Bokeloher Bergleuten künftig Beschäftigungsperspektiven geben könnte. Das Planfeststellungsverfahren läuft noch. „Erst wenn die Auflagen bekannt sind, wird der Konzernvorstand entscheiden können, ob der Betrieb sich dort rechnet oder nicht.“

Investiert hat das Unternehmen im vergangenen Jahr immerhin noch 500 000 Euro in die Esta-Anlage, um die Hartsalzaufbereitung zu verbessern. In diesem Jahr soll die Rekal-Anlage mit 1,7 Millionen Euro verbessert werden, um aus den dort verarbeiteten Salzschlacken mehr Aluminium gewinnen zu können. Aus dem Rekal-Prozess erhält K+S auch das Substrat, mit dem die Halde bis zum Jahr 2035 begrünt werden soll.

Unfälle gab es 2015 auf Sigmundshall nur wenige kleine, dennoch läuft jetzt eine Kampagne an, die Zahl ganz auf Null zu drücken. Erfolgreich gaben die Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge ab, im vergangenen Jahr konnte das Werksergebnis damit um 600 000 Euro verbessert werden. Wie es ausgefallen ist, kann noch nicht publiziert werde, weil der Konzern die Zahlen erst im Mai vorlegt. Zumindest konnte das Produktionsziel von 700 000 verkauften Tonnen erfüllt werden, 2,5 Millionen Tonnen Material wurden dafür aus der Tiefe geholt.

Den Tag der offenen Tür im Sommer wertete Schrader wegen der mehr als 8000 Besucher als großen Erfolg. 2017 soll es eine weitere Auflage geben.

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