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Wunstorf als geschlossene, intakte Enklave

Wunstorf Wunstorf als geschlossene, intakte Enklave

"Ich werde auf den Arm genommen", hat Anka Zink am Sonnabend auf der Bühne des Stadttheaters einem Zuschauer vorgeworfen. Wunstorf mit dem Festivalort Woodstock zu verwechseln, das geht der Kabarettistin dann doch zu weit: "Trotz des vielen Regens ist hier so gut wie nichts verschlammt."

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Die Kabarretistin Anka Zink ist im Stadttheater zu Gast.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Weil sie sich in ihrem Programm "Leben in vollen Zügen" mit dem Reisen beschäftigt, hatte sie nach Gründen dafür gefragt, warum Menschen auf Fahrt gehen. Dabei stellte sich allerdings auch heraus, dass für den Abend zum Lachen im fast voll besetzten Stadttheater kaum jemand weitere Anfahrten auf sich genommen hat. "Das ist hier offenbar eine geschlossene, intakte Enklave", stellte sie fest.

Dafür schilderte Zink dem Publikum die Tücken des Reisens. Auf den verstopften Straßen geht ja ohnehin nichts mehr, also muss der Passagier den Kampf mit den Fahrkartenautomaten aufnehmen. Wer dort kapituliert, muss sich dem Bahnschalter zuwenden, um dort zunächst knapp zu hören, dass er sich eine Wartemarke ziehen muss. "Oder wie wir im Rheinland sagen: Ein Nümmerschen."

Doch auch Flugreisen sind in Zeiten der Terrorangst nicht ohne, die Nacktscanner am Flughafen haben ebenso komische Implikationen wie die Bitte beim Sicherheitscheck, alle Flüssigkeiten abzugeben. Hier ist auch ein Moment, in dem Anka Zink nach vielen Lachern im Publikum auch mal ganz ernst wird: "Nach dem Zusammensturz der Türme des World Trade Centers haben wir das Vertrauen ineinander verloren und müssen uns als Terroristen behandeln lassen." Bei ihren Geschichten von unterwegs beleuchtet sie aber auch durchaus klamaukiger die Geschlechterrollen und zitiert urlaubende Männer bei der Suche nach Paarungsgelegenheiten: "Ich bin kein Mann für eine Nacht. So viel Zeit habe ich nicht." 

Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Dorothea Diestelmeier hatte Zink nach Wunstorf eingeladen und sagte dazu bei ihrer Begrüßung: "Ich bin besonders stolz, dass eine der ganz Großen der deutschen Kabarettbühnen heute hier ist." Und sie wies auf eine Premiere hin: Die Zuschauer hatten erstmals schon beim Kartenkauf ihre festen Plätze im Saal des Stadttheaters reservieren können. "Jetzt muss man hier nicht mehr wie mit einem Handtuch am Strand beim Kommen seine Plätze markieren."

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Von Sven Sokoll

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