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Kleidung soll vor Krebs schützen

Wunstorf Kleidung soll vor Krebs schützen

Der Wunstorfer Textilvertrieb Dots hat Kleidung mit einem hohen UV-Schutz entwickelt. Die Firma arbeitet aber noch daran, den Wert dieser Eigenschaften der Öffentlichkeit bewusst zu machen.

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Inhaberin Manuela Gack-Jansen zeigt Kinderbekleidung.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Manuela Gack-Jansen treibt eine Mission. Das Ziel: Kleidung mit einem hohen Schutz vor krebserregenden UV-Strahlen soll möglichst weit verbreitet sein. Doch noch stößt das auf Widerstände. Bei der Herstellung hat ihr 1996 gegründeter Kinderkleidungsvertrieb Dots zwar mittlerweile große Fortschritte gemacht. Doch auf dem Markt ist die Bereitschaft noch nicht so groß, dafür auch etwas mehr Geld auszugeben. Deshalb bemüht sie sich um Aufklärungsarbeit, um den Wert des UV-Schutzes in die Köpfe zu bringen - nicht nur bei den Einkäufern des Handels, sondern auch bei den Verbrauchern. „Ich möchte, dass jede Mutter sich leisten kann, UV-Schutz für ihre Kinder zu kaufen“ - wenn die Produktion anzieht, könnten auch die Preise fallen. Bisher schauen viele Familien gerade bei Kinderkleidung aber so auf den Preis, dass 5 bis 6 Euro Unterschied schon ein Grund sein können, auf den zusätzlichen Schutz zu verzichten.

Bei einem Dermatologenkongress, der für sie eine wichtige Etappe war, ist der textile Schutz als ein wichtiger Baustein für die Hautkrebsprävention dargestellt worden. „Doch dann kam die Frage: Warum kann man das nirgendwo kaufen?“ Dieses Defizit versteht Gack-Jansen bis heute als ihren Auftrag.

Schon seit 2002 versieht sie Kindermode und -badebekleidung mit dem Schutz, zunächst nur nach den etablierten australisch-neuseeländischen Standards. Dann aber entdeckte sie den neuen Standard UV 801 des baden-württembergischen Hohenstein-Instituts, bei dem die Stoffe ihre Eigenschaften auch bei besonderer Belastung unter Beweis stellen müssen und insgesamt ein höherer Schutz erreicht wird.

Dots, das seit 15 Jahren im Gewerbegebiet Im Stadtfelde ansässig ist, experimentierte und erlangte das Prüfsiegel - nach längerem Ausprobieren jetzt auch für die angenehmer zu tragenden reinen Baumwollstoffe. „Damit sind wir noch weitgehend allein auf dem Markt“, sagt Gack-Jansen. Allerdings fällt dabei der Schutzfaktor mit einer 40-fachen Aufenthaltsdauer im Vergleich zum Eigenschutz noch nicht so hoch aus wie bei synthetischen Materialien, wo auch Faktor 80 drin ist.

„Wir testen aber weiter.“ Parallel versucht sie, weiter mit vielen Institutionen wie etwa Krankenkassen im Gespräch zu bleiben, auch eine Apothekenregistrierung ist ein Weg, den Schutzstandard bekannter zu machen. Für UV-Schutz sieht sie eine riesige Zielgruppe, weit über die Kinder hinaus: Auch viele Berufsgruppen sind lange der Sonne ausgesetzt, ebenso wie Sportler. Doch für eine große Breitenwirkung braucht es starke und auch möglichst finanzstarke Partner, die die Mission von Manuela Gack-Jansen teilen.

Firma sucht sich Nischen

Mit zehn Mitarbeitern entwickelt und vertreibt Dots Kleidung, die in Fernost gefertigt wird. Jährlich entstehen mehr als 500 neue Artikel. Unter den eigenen Marken Needs, Zwimmstoff, Glückskeks und Der kleine Drache Kokosnuss verkauft die Firma nur etwa ein Zehntel der Kleidung, vor allem über das Internet. Das Gros der Kleidungsstücke geht unter anderen Marken in den Handel, auch bei bekannten Ketten. „Der Konkurrenzkampf in der Textilbranche ist groß, deshalb versuchen wir, Nischen zu besetzen“, sagt Dieter Jansen, der als der Kopf für das Geschäftliche zusammen mit seiner Ehefrau das Unternehmen leitet. Den häufigen Ratschlag, die Qualität zurückzuschrauben, wollen die beiden nicht befolgen. Wichtig ist den Jansens auch ein fairer Umgang mit den Lieferanten. Deshalb unterstützt Dots die Initiative United Nations Global Compact, um die Rechte der dortigen Beschäftigten und auch die Umwelt im Umfeld der Fabriken zu schützen.

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