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Psychiatrie reagiert auf Ausbrüche

Wunstorf Psychiatrie reagiert auf Ausbrüche

Die jüngsten Vorfälle im niedersächsischen Maßregelvollzug sowie der Raubüberfall auf eine Wunstorfer Seniorin haben auch in der hiesigen Klinik zu Konsequenzen geführt. Es gab Gespräche mit Mitarbeitern und Patienten. Alle Lockerungen seien nochmal auf den Prüfstand gestellt worden.

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Quelle: Rita Nandy

Wunstorf. Dies erklärt Andreas Tänzer, Chefarzt der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, auf Anfrage. Bei zwei schwer erkrankten Patienten seien die Lockerungen zurückgenommen worden. Über deren Gewährung entscheiden verschiedene Ebenen der Klinik. In einer Fallkonferenz werde letztendlich darüber mit allen Beteiligten beraten. "Vor unbegleiteten Ausgängen wird die Staatsanwaltschaft einbezogen und bei schweren Straftaten auch noch externe Experten der niedersächsischen Prognosekommission", erläutert der Chefarzt.

Über die jüngsten Ereignisse sei mit den Patienten in den Therapiegruppen und in Einzelgesprächen sehr intensiv diskutiert worden. "Die Mitpatienten reagieren auf solche sehr seltenen Zwischenfälle übrigens regelmäßig mit großem Ärger und Kritik, da sie sich als eine therapeutische Gemeinschaft verstehen", erläutert Tänzer.

Knapp 90 Patienten sind derzeit in der forensischen Klinik untergebracht. Zusätzlich werden etwa 20 bereits erfolgreich behandelte Patienten an ihrem künftigen Wohnort in der Region, im sogenannten Probewohnen integriert und begleitet. Für diese Aufgabe stehen 100 therapeutische Mitarbeiter, zu denen Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten und Pflegepersonal gehören, zur Verfügung.

Anders als bei den Vorfällen, die für Schlagzeilen gesorgt haben, handelt es sich bei den Wunstorfer Patienten nicht um suchtkranke Patienten. In der Einrichtung an der Südstraße werden Kranke behandelt, die im schuldgeminderten oder schuldunfähigen Zustand Straftaten begangen haben. Bei dem Täter, der einen Raubüberfall auf eine Senioren verübt hat, "handelte es sich übrigens um keinen Patienten unserer Klinik", betont Tänzer, der auch im regelmäßigem Kontakt zu Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt steht. Dieser hat angekündigt, an der nächsten Beiratssitzung Mitte Juni "aufgrund der besonderen Situation" persönlich teilzunehmen.

Er lobte das Sicherheitskonzept der Klinik als "sehr umsichtig". Auch wenn das Risiko nicht auf null minimiert werden könne, lebe es sich in Wunstorf sehr entspannt. So treffe sich der Rat beispielsweise zu seinen Sitzungen im Sozialzentrum der Klinik.

Von Rita Nandy

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