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Angehende Lokführerin lernt in Schule

Wunstorf Angehende Lokführerin lernt in Schule

Nicole Schlichting meint, ihren Traumberuf gefunden zu haben: Lokführerin. Für die 35-jährige Hausfrau und Mutter eines sechsjährigen Sohnes aus Lüneburg scheint dafür der Familienhintergrund entscheidend zu sein. Die gebürtige Leipzigerin hat nämlich einen Bruder, der Lokführer ist.

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Nicole Schlichting will Lokführerin werden.

Quelle: Wolfgang Rogl

Wunstorf. Und auch ihr Mann hat bei der Deutschen Bahn zu tun. Was lag da für die ausgebildete Frisörin und spätere Facharbeiterin in einem Werk in Bleckede bei Uelzen näher, als sich neu zu orientieren. Und jetzt ist sie bei Ronald Schmidt und seiner Ausbildungsstätte Railconzept im alten Meer-Bahngebäude an der Hindenburgstraße gelandet.

Seit dem 4. April ist Nicole Schlichting einzige Frau unter einem Dutzend Männer, die dort Theorie pauken und sich auch schon am Simulator als Lokführer fühlen können. Auf dem Bildschirm laufen reelle Geschehnisse ab, auf der zu reagieren ist.

Aber erst im Oktober rücken die angehenden Lokführer auf richtige Loks und deren Führerstand auf. Und dann geht es richtig zur Sache, nach zehneinhalb Monaten folgt eine Prüfung. Und wer die besteht, der hat den Führerschein für Triebfahrzeuge bei der DB oder einer der zahlreichen Privatbahnen in der Tasche.

Schlichting glaubt, dass ihr künftiger Beruf, wie auch immer die Entwicklung im Verkehrswesen weiter geht, Zukunft hat. Selbst wenn in absehbarer Zeit beispielsweise Züge ohne die Person vorn im Führerstand rollen, werde es immer Lokführer zusätzlich geben, da ist sie sich sicher.

Die Lüneburgerin hat während des Kurses ein Zimmer in Klein Heidorn und sieht die Familie nur am Wochenende. Aber das ändert sich natürlich nach der Ausbildung. Sie hat auch schon ein oder zwei Objekte im Auge, die sozusagen vor der Haustür liegen, und dann könnte sie jeden Tag daheim sein nach und vor der Arbeit.

Ronald Schmidt beginnt am 1. August einen neuen Lokführerlehrgang für den schon ein Dutzend Interessierte auf der Warteliste stehen. Allerdings bisher keine zweite Frau. Schmidt wirbt demnächst im Internet mit zwei kurzen Profifilmen einer hiesigen Produktion für seine Arbeit. In dem Film kommt Nicole Schlichting auch in kurzen Szenen dem Zuschauer auf den Bildschirm.

Von Wolfgang Rogl

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