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Andreas Spengler legt Autobiografie auf

Wunstorf Andreas Spengler legt Autobiografie auf

Zeit, in seinem Luther Atelier zu arbeiten, bleibt dem Künstler und Psychiatrieprofessor Andreas Spengler derzeit nicht. Er bereitet eine Ausstellung in Erlangen vor, die ihn an die Wurzeln seines Schaffens führt. Und er wartet auf die druckfrischen Exemplare seiner Autobiografie "pictor doctus".

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Künstler Andreas Spengler blättert in seiner Autobiografie "pictor doctus" mit Zeichnungen und Malereien aus fünf Jahrzehnten.

Quelle: Rita Nandy

Luthe. Der Titel des reich bebilderten 64-seitigen Buches bringt es auf den Punkt: "Maler und Arzt" bedseuten die lateinischen Worte. Denn Spengler ist seit Beginn seines Medizinstudiums 1966 in Erlangen künstlerisch tätig. Er fertigte seinerzeit anatomische Zeichnungen zu Lehrzwecken an. Einige davon sind ab Freitag, 10. Februar, erstmals im Erlanger Institut für Anatomie zu sehen, werden dort Aquarellen des Künstlers gegenübergestellt. Dennoch schlug Spengler nicht den beruflichen Weg der Anatomie ein, sondern widmete sich der Psychiatrie.

Diese führte ihn nach Stationen in Hamburg schließlich 1988 an das Niedersächsische Landeskrankenhaus nach Wunstorf. Dort war er 20 Jahre als Ärztlicher Direktor tätig, bevor er eine Privatpraxis in Luthe eröffnete. Sein berufliches Schaffen öffnete dem 69-Jährigen auch den Blick für eine besondere Ausdrucksform der Kunst, der sogenannten Außenseiterkunst aus psychiatrischen Einrichtungen.

In Zusammenarbeit mit dem Forum Stadtkirche entstand die einzigartige und viel beachtete Ausstellung "FreiheitsRäume - Julius Klingebiel und seine KünstlerkollegInnen". Besucher konnten im vergangenen Jahr die begehbare, fotografische Replik der komplett ausgemalten Zelle von Julius Klingebiel bestaunen. Dieser habe als "gefährlich Geisteskranker" auch einige Zeit in der Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf verbracht, heißt es im Begleitbuch zur Ausstellung,

Dass Spenglers Wurzeln in der Medizin liegen, zeigt sich auch an seinen Objekten, in denen er die Buchdeckel der "Roten Liste" verarbeitet. Jeder Arzt erhält jährlich eine neue Auflage mit Angaben zu zugelassenen Arzneien. Etwa 70 000 Medikamente seien dort aufgeführt, sagt Spengler. Durch die Neugestaltung gebe er der Roten Liste eine ironisch-politischen, ernst gemeinten Charakter. Mit einem zerstörten Schmetterling weist er beispielsweise auf das Artenschutzabkommen hin. Als Weiterentwicklung gibt es nun auch weiße Buchdeckel mit einer Anspielung auf die Bezeichnung von Medizinern als "Halbgötter in Weiß".

Ein zweiter Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens sind Collagen mit Löschpapierstreifen. Diese auf Rollen oder Wiegen aufgezogene Streifen saugen überschüssige Tinte auf. Spengler ließ sein Publikum beispielsweise in der Stadtkirche sowie beim Neubürgerempfang, bei dem sich jeder in ein offenes Goldenes Buch der Stadt im Rathaus eintragen durfte, an der Entstehung der Löschpapierstreifen teilhaben.

Er setzt die beklecksten Papiere malerisch und zeichnerisch in Collagen in einem neuen Kontext ein. Der Künstler ist aber auch dankbar, wenn ihm alte Löschpapiere zur Verfügung gestellt werden. Mit der Schrift beschäftigt sich auch seine nächste Gemeinschaftsausstellung mit Hans Burkardt, die am 26. April unter dem Titel "Schriftenlese" in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover eröffnet wird.

Spenglers Werke zum Anschauen

Seine Arbeiten hat Andreas Spengler vor einiger Zeit unter anderem in der Stadtkirche sowie in der Kunstscheune Steinhude ausgestellt. Wer sich eins seiner Werke auf Zeit ausleihen möchte, wird in der Neustädter Artothek fündig, die der dortige Kunstverein betreibt. "Ich freue mich sehr, wenn sich meine Bilder mit den Leuten unterhalten und ihre Geschichte selber erzählen", sagt Spengler.

Wer mehr über den Künstler erfahren möchte,findet Wissenswertes auch im Internet unter www.spengler-andreas.de. Sein Werk "pictor doctus" kann zum Preis von 28 Euro zuzüglich Versandkosten per Mail unter andreas-spengler@t-online.de oder unter Telefon (0 50 31) 97 21 90 bestellt werden.

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Fotostrecke Wunstorf: Andreas Spengler legt Autobiografie auf

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Von Rita Nandy

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