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Medizin kommt aus der Natur

Wunstorf Medizin kommt aus der Natur

Löwenzahn, Wegerich, Brennnessel und Schafgarbe: Alles nur Unkraut? Von wegen. Dabei handelt es sich um wirksame Heilpflanzen. Bei einer Exkursion mit Christine Schulz erfahren Teilnehmer, wogegen sie helfen und wie sie angewendet werden.

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Bei einer Heilpflanzen-Exkursion hat Christine Schmidt (rechts) vieles zu berichten.

Quelle: Lütjens

Wunstorf. „Heilpflanzen sind extrem potent“, sagt Schulz. Sie muss es wissen, denn sie ist als Heilpraktikerin sowie als Dozentin an der Paracelsus Schule Hannover tätig. Bei Rundgängen im Wasserschutzgebiet Barne und Umgebung hat sie viele Pflanzen mit heilender Wirkung entdeckt. Die Teilnehmer erfahren, dass Thymian sehr gut gegen Pneumokokken hilft. Mistel wird in der Krebstherapie eingesetzt. „Bei den Druiden war die Pflanze heilig“, weiß die Heilpraktikerin.

Beifuß wird häufig in der chinesischen Medizin angewendet. Er wirkt desodorierend, tut der Leber Gutes und wirkt bei Magen- und Darmbeschwerden. Birke helfe bei Nieren- und Blasenleiden, Weißdorn bei Herzbeschwerden. Schulz kann zu jeder Pflanze etwas erzählen, nennt auch die Wirkstoffe. Geschätzt gibt es in Deutschland rund 700 Heilpflanzen, weltweit mehr als 250.000. „Durch die Hexenverbrennungen während der Inquisition ist viel an Wissen verloren gegangen“, bedauert Schmidt.

Angesichts wachsender Allergien und Umweltverschmutzung gehe der Trend bei den Menschen zurück zur Natur, so die Heilpraktikerin. Das hat auch Edeltraud Klemm bewogen, an der Exkursion teilzunehmen. „Beschwerden an den Gelenken haben mich zum Umdenken gebracht, weg von der Chemie“, sagt die Wunstorferin. Das habe ihr Interesse an Naturheilkunde geweckt. Die wilden Kräuter waren über Jahrtausende das einzige, was Menschen gegen Krankheit und Verletzungen einsetzen konnten. Löwenzahn und Brennnessel helfen unter anderen bei Rheuma und Gicht. Die Nessel ist stark eisenhaltig. Spitz- und Breitwegerich werden bei Halsschmerz und Insektenstichen angewendet. Schafgarbe wirkt fiebersenkend und wundheilend, gilt als Frauenkraut und hilft bei Leber-, Magen- und Darmgeschehen. „Das ist natürlich und kostet nichts“, sagt Schulz und zitiert Paracelsus (1493 bis 1541): „Alle Wiesen sind Apotheken.“

Wer Interesse an einer Exkursion hat kann sich unter Telefon (05031) 914602 bei ihr melden.

Von Anke Lütjens

Tees und Tinkturen zubereiten

Für die Zubereitung von Tees gibt es genaue Regeln. Das Rezept besteht meist aus der Grundarznei, dem Unterstützungsmittel, dem Farbe gebenden Ergänzungsmittel und einem aromatischen Bestandteil für den Geschmack. Je nach Drogenart und den Bestandteilen werden sie als Aufguss, Abkochung oder Auszug zubereitet. Alle drei Zubereitungsformen können auch für Umschläge, Wickel, Waschungen, Spülungen und Sitzbäder genommen werden. Tinkturen entstehen aus einem Teil getrockneter Pflanze und fünf Teilen 70-prozentigem Alkohol. Die Flasche sollte vier bis zehn Tage verschlossen in einem dunklen Raum aufbewahrt und öfter mal geschüttelt werden. Dann kann der Inhalt über einem Stoff- oder Papierfilter abgeseiht werden.

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