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Sein Beruf ist selten geworden

Wunstorf Sein Beruf ist selten geworden

„Messer-Peter“ reist seit 52 Jahren von Markt zu Markt und schleift Messer und andere Klingen. Trotz 17-Stunden-Tag würde der 62-jährige würde seinen Beruf nie gegen einen Bürojob tauschen.

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Peter Lebrecht schärft alle Klingen.

Quelle: Tugendheim

Wunstorf. Die Schleifsteine auf dem Tisch des Marktstandes rotieren beständig, und ebenso beständig fließt Wasser über die Steine. „Nass schleifen ist besser, das nimmt nicht so viel von dem Material weg“, so sagt der Mann, der dabei die Messerklinge routiniert an den rotierenden Stein hält. Und wer sollte das besser wissen als „Messer-Peter“?

Richtig heißt er Peter Lebrecht, kommt aus Kiel und schleift seit 52 Jahren Messer. Aber nicht nur Messer. Scheren, Rasenmäherblätter und eben alles, was scharf sein muss.

„Messer-Peter“ übt eine nur noch selten anzutreffende Profession aus. Mit seinem Reisegewerbeschein ist er unterwegs. Bis zu 1000 Kilometer pro Woche reißt er herunter, baut auf Wochenmärkten im gesamten norddeutschen Raum regelmäßig seinen Marktstand auf. Manchmal fährt er aber auch weiter in den Süden, auch in Basel schleift er Schweizer Messer.

„Das ist einer der härtesten und schönsten Berufe, die es gibt“, sagt er, und man muss es ihm einfach glauben. 17-Stunden-Tage hat er oft, aber stattdessen einen Bürojob? Verklagen würde er den, der ihm einen solchen anböte.

Der 68-Jährige ist richtig gut drauf, hat immer einen Spruch auf den Lippen. „Die hab’ ich verkauft“, sagt er einer Dame, die auf dem Wunstorfer Wochenmarkt ihre Schere abholen will, die sie am Morgen bei „Messer-Peter“ abgegeben hat. Schon aber packt er sie ein. Was immer die Dame zu Hause damit schneidet, sie wird ihre Freude haben.

Seit 2014 kommt er auch auf den Wunstorfer Wochenmarkt. Der Markt sei ihm empfohlen worden, „das hat sich gut entwickelt“, sagt er.

Die Zahl der Kunden bestätigt das wohl. Dem Rentner, der sein Rasenmäherblatt abholt, gibt er mit auf dem Weg: „Das ist so scharf, da kannste dich mit rasieren.“ Seine Preise sind moderat, aber auch dafür hat „Messer-Peter“ einen Spruch: „Dein Geld ist nicht weg, das hat jetzt nur ein anderer.“

Bleibt zu hoffen, dass er noch lange auch Wunstorfer Klingen schärft.

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Von Redakteur Albert Tugendheim

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