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Mut-Tour macht Station in Wunstorf

Wunstorf Mut-Tour macht Station in Wunstorf

Die Mut-Tour 2016 hat am Wochenende Station in Wunstorf gemacht. Dabei handelt es sich um Deutschlands erstes Aktionsprogramm auf Rädern. Die Teilnehmer wollen damit einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leisten.

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Andrea, Eugen, Sebastian, Martina und Martin machen mit der Mut-Tour in Wunstorf Station. Der Smiley steht für Fassadenhaftigkeit und als Repräsentant für die Anderen.

Quelle: Anke Lütjens

Wunstorf. Nach 2012 und 2014 ist es bereits zum dritten Mal als Staffelfahrt durch alle Bundesländer unterwegs. Auf ihrem Weg von Leipzig nach Münster haben Initiator Sebastian Burger und seine fünf Mitstreiter wegen des schlechten Wetters im Sozialzentrum des Klinikums der Region übernachten dürfen. Ansonsten zelten sie und versorgen sich selbst. Am Sonntag setzten sie ihre Fahrt nach Bielefeld fort.

Ziel der Aktion ist, Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen zusammenzubringen und gemeinsam in Bewegung zu sein. Die Teilnehmer werben für einen offenen und ehrlichen Umgang mit der Krankheit, sie machen sich und anderen Mut. Auf der Tour erleben sie Struktur, Gemeinschaft, Bewegung und Natur. „All das kann vor allem der Antriebsschwäche als einem wesentlichen Merkmal der Depression entgegenwirken“, sagte Andrea, selbst Betroffene.

Insgesamt sind mehr als 50 Tandemfahrer mit und ohne Depressionserfahrung auf der Mut-Tour unterwegs. Zwei Teams radeln, eines ist mit dem Kajak unterwegs und eines wandert mit Eseln. Der Start war am 4. Juni in Heidelberg, Ziel ist am 3. September Bremen. Rund 7300 Kilometer werden in zwölf Etappen an jeweils zehn bis zwölf Tagen zurückgelegt. In mehr als 70 Städten sind Menschen eingeladen, auf Tagestouren mitzufahren. „Die Teams leben den Menschen ihren unverkrampften Umgang mit der Krankheit vor und bauen damit Ängste und Vorurteile ab“, sagte Burger.

Weitere Informationen sind auf muttour.de und auf Facebook erhältlich.

Rat und Hilfe für Betroffene

Die Krankheit Depression fordert mehr Tote als der Straßenverkehr. Daher appellieren die Mutmacher der Mut-Tour an Betroffene, sich Rat und Hilfe zu suchen. Ansprechpartner finden sich beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Region Hannover, Telefon (0511) 61643284. Hilfe bieten auch die Selbsthilfegruppen der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie. Die Gesprächsgruppe für Angehörige psychisch Kranker, die Aussprache und Informationsaustausch suchen, trifft sich an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat ab 18 Uhr im Sozialzentrum der Psychiatrie Wunstorf, Eingang Ambulanz.

Von Anke Lütjens

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