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Naturschützer zeigen sich mit NSG zufrieden

Steinhude/Neustadt Naturschützer zeigen sich mit NSG zufrieden

Knapp einen Monat nach der Ausweisung des Naturschutzgebietes (NSG) Totes Moor am Ostufer des Steinhuder Meeres seitens der Region Hannover zeigen sich Naturschützer und Umweltverbände mit der Verordnung zufrieden. Das Verfahren hat rund fünf Jahre gedauert und hatte für reichlich Kritik gesorgt.

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Die Region hat das Naturschutzgebiet Totes Moor zusammengefasst und ausgeweitet. Dort lebt auch das Blaukehlchen.

Quelle: Thomas Brandt

Steinhude/Neustadt. Die Notgemeinschaft Steinhuder Meer,die Interessen unterschiedlicher Nutzergruppen auf und am Meer vertritt, hatte sogar eine Klage erwogen. Auch der Verein Projekt Steinhuder Meer hatte gegen Punkte der Verordnung protestiert, zeigte sich aber letztlich mit dem erreichten Kompromiss hinsichtlich des Verlaufes der Grenzlinie auf dem Wasser zufrieden.

Die Region hatte 3179 Hektar zum Naturschutzgebiet erklärt. Damit wurden die drei vorhandenen Ostufer Steinhuder Meer, Wunstorfer Moor und Wulveskuhlen zusammengefasst und darüber hinaus rund 2000 Hektar zusätzlich unter Schutz gestellt. Einziger Kritikpunkt des NABU Niedersachsen und lokaler Umweltorganisationen ist, dass nur zusätzlich 2,5 Prozent der Seefläche unter Schutz gestellt wurden. Damit beträgt der Anteil geschützter Seefläche zehn Prozent. Das sei viel zu wenig, um wertvolle Arten auf Dauer zu schützen heißt es in einer Mitteilung des NABU.

Thomas Brandt, Biologe und wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer, teilt insgesamt die Auffassung des NABU. "Das Resultat kann sich sehen lassen, aber die Wasserseite ist zu kurz gekommen", sagte er. In dem Gebiet brüteten gefährdete Vögel und leben gefährdete Arten. Neben Rotschenkel-, Waldwasserläufer-, Bekassinen- und Kranichpaaren kommen dort Ziegenmelker, Fischotter, Schlammpeizger, Schlingnatter und Laubfrösche vor.

Das NSG Totes Moor ist das viertgrößte in Niedersachsen. Es besteht aus Hochmoor, der östlichen Verlandungszone des Steinhuder Meeres, einem Teil der Wasserfläche, Feuchtgrünland und einem geringen Anteil Geestlandschaft. Ziele des NSG sind, naturnahe Hochmoorflächen zu schützen und die noch im Abbau befindlichen Flächen für Renaturierung zu sichern. Das artenreiche und extensiv genutzte Grünland soll bewahrt und im Meer zusätzliche Ruhezonen geschaffen werden. Verbote sollen Störungen unterbinden.

Die Notgemeinschaft Steinhuder Meer zeigt sich mit dem NSG, insbesondere der Grenzlinie auf dem Wasser, nicht einverstanden. Sie lässt mit Hilfe eines Anwalts die Aussichten auf den Erfolg einer Normenkontrollklage prüfen. Für die Einleitung hat die Notgemeinschaft ein Jahr Zeit. Das sagte Vorsitzender Johannes Franke. „Wir sind willens und in der Lage unsere Bürgerrechte zu nutzen“, sagt er. Die Notgemeinschaft befürchtet, das die Region im Westenmeer eine ähnliche Ausweitung plant.

Das Projekt Steinhuder Meer hält das NSG für einen tragfähigen Kompromiss und befürchtet bei einer Klage weitere Verschärfungen.

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Die Region hat das Naturschutzgebiet Totes Moor zusammengefasst und ausgeweitet. Dort lebt auch das Blaukehlchen.

Quelle: Thomas Brandt
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