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Naturschutz ist noch immer ein Zankapfel

Wunstorf Naturschutz ist noch immer ein Zankapfel

Zwischen Naturschützern und etlichen Nutzern des Steinhuder Meeres sind die Gräben noch immer tief. Das zeigte sich in einer Debatte über einen Naturparkplan sowie eine Neuordnung des Naturschutzgebiets Meerbruchwiesen, westlich des Sees.

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Schöne Ansichten bietet das Steinhuder Meer reichlich. Aber auch Konfliktstoff.

Quelle: Christine Bienert

Steinhude. In einer gemeinsamen Sitzung stellten die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Region, Sonja Papenfuß und einige ihrer Kollegen den Ortsräten von Steinhude und Großenheidorn beide Pläne vor. Spürbare Änderungen ergeben sich nicht, doch insbesondere CDU-Politiker nutzten die Gelegenheit für eine Grundsatzdiskussion.

Warum denn im Naturparkplan immer so viel von Konflikten zwischen den Nutzergruppen die Rede sei, wollte etwa der Steinhuder Michael Oswald wissen, da fehle ihm eine konstruktive Ausrichtung. Darum gehe es doch, erwiderte Papenfuß: Dem Naturpark komme vielfach die Rolle zu, Konflikte zu lösen, dazu müsse man sie auch beim Namen nennen.

Die Großenheidornerin Colette Thiemann fragte, warum in der Liste der "wichtigen Akteure" für den Naturpark die Notgemeinschaft Steinhuder Meer fehle, die die Interessen der Meeresnutzer vertritt. In dieser Liste stehen beispielsweise die Anrainerkommunen, Steinhuder Meer Tourismus und Ökologische Schutzstation sowie die Domänenverwaltung.

Die Stadt Wunstorf fordert in einer Stellungnahme zum Naturparkplan, den Wassersport als Schwerpunktthema aufzunehmen - auch, weil der Plan als Türöffner für den Zugang zu Fördergeld dienen kann. Die Landwirtschaft solle in ähnlicher Weise aufgenommen werden, forderte der Großenheidorner Manfred Wenzel.

Diese Ansinnen lehnten die Mehrheiten beider Ortsräte letztlich ab: Wenn man zu viele Akteure in den Planungskreis aufnehme, drohe die Arbeit zu verwässern, sagte Großenheidorns Ortsbürgermeister Martin Ehlerding. Für die Stellungnahme der Stadt gab es aber eine starke Mehrheit.

Sie wolle nicht erleben, dass in künftigen Konfliktfällen weiter nur zugunsten des Naturschutzes und gegen die Anliegen der Menschen entschieden werde, sagte die Steinhuderin Christiane Schweer schließlich. Papenfuß entgegnete, den umgekehrten Vorwurf höre sie von Naturschützern auch.

Mitarbeiter des Teams Naturschutz West stellten anschließend noch die bevorstehende Anpassung eines von drei Naturschutzgebieten auf der Westseite des Meeres vor: Mit "Meerbruchswiesen" ist der geschützte Bereich abseits von Ufer und Hagenburger Moor bezeichnet. Die Verordnung wird  mit einigen Änderungen den Anforderungen der Europäischen Union angepasst. Für Anlieger und Touristen am Meer ändere sich damit aber nichts, sagte Papenfuß: "Keine neuen Verbote."

Änderungen könnte es allerdings geben, wenn demnächst das Naturschutzgebiet "Meerbruch", direkt am Westufer, angepasst werde: Dort könnten sich Grenzen weiter aufs Wasser hinaus verschieben, räumte Papenfuß auf Nachfrage ein.

Von Kathrin Götze

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