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Naturschutz steht gegen Flugbetrieb

Wunstorf Naturschutz steht gegen Flugbetrieb

Kann der Fliegerhorst seinen Betrieb aufrechterhalten, wenn das Naturschutzgebiet (NSG) Totes Moor erweitert wird? Offenbar käme es zu deutlichen Beeinträchtigungen, weil im Bereich Großenheidorn das Gebiet nahe an den Fliegerhorst heranrückt.

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Die Wunstorfer Politiker beklagen, dass die Region nicht den Fliegerhorst nicht am Verfahren beteiligt hat.

Quelle: Thomas Lunitz (Archiv)

Wunstorf. Am 1. März soll die Regionsversammlung den Verordnungsentwurf für die Gebietserweiterung beschließen. In einem Brandbrief hat die Stadt gestern Regionspräsident Hauke Jagau darum gebeten, die Beschlussfassung zu verschieben. Die Stadt möchte dazu noch Stellung nehmen. Das haben die Ratsvertreter im Verwaltungsausschuss Montagabend einvernehmlich beschlossen. Auch bei der Führung des Fliegerhorstes wird an einer Stellungnahme gearbeitet. Denn der Fliegerhorst selber war bisher nicht im Verfahren beteiligt. Die Region als Untere Naturschutzbehörde, die das Verfahren leitet, hatte die Unterlagen offenbar an das Verteidigungsministerium geschickt. Von dort kam, warum auch immer, keine Antwort.

Nun kam eher zufällig heraus, dass der Paragraf 4 des Verordnungsentwurfes deutliche Folgen für den Flugbetrieb hätte. In dem Paragrafen wird aufgelistet, was im Bereich des Naturschutzgebietes alles verboten ist. So steht dort: „Verboten ist insbesondere, (...) im NSG und außerhalb in einer Zone von 500 Metern Breite um das NSG herum unbemannte Luftfahrzeuge zu betreiben sowie mit bemannten Luftfahrzeugen zu starten, eine Mindestflughöhe von 600 Metern zu unterschreiten oder zu landen.“

Da die neuen Grenzen des Naturschutzgebietes in Teilen bis fast an die sogenannte Fliegerstraße heranreichen, dürften dort bei An- und Abflug die Abstände nicht einzuhalten sein. Der Flugbetrieb des Fliegerhorsts mit auch privater Nutzung müsse aber ohne Einschränkung gewährleistet sein, so forderte die Wunstorfer CDU-Ratsfraktion am Montagabend. Auch die Vorsitzende der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne sagt, dass eine Lösung her müsse, die den Fliegerhorst nicht einschränke. Sie geht davon aus, dass die Politiker der Region die Beschlussfassung verschieben und Zeit für Veränderungen geben.

Kommentar

Hätte nicht der Fliegerhorst gleich direkt beteiligt werden können? Hätten übergeordnete Ministeriale im Verteidigungsministerium nicht genauer hinschauen müssen? Hätte die Region nicht nachfragen müssen, als keine Antwort im Beteiligungsverfahren kam? Hätte-Fragen könnten viele gestellt werden. Wichtiger ist es nun aber, das Problem zu lösen. Und das besteht darin, dass der Betrieb des Fliegerhorstes nicht eingeschränkt werden darf. Eine halbe Milliarde Euro werden dort verbaut, um den Platz für die Zukunft des Bundeswehr-Lufttransports fit zu machen. Erster Schritt: Zeit gewinnen. Deshalb muss die Region die Beschlussfassung über die Erweiterung des Naturschutzgebietes verschieben.

Von Albert Tugendheim

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Von Redakteur Albert Tugendheim

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