Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Gutachten: Stadt braucht moderaten Neubau

Wunstorf Gutachten: Stadt braucht moderaten Neubau

Auch Neubau ist in Wunstorf notwendig - aber nur in begrenztem Umfang. Das ist das Ergebnis einer Gutachtens, das das Büro Analyse und Konzepte am Montag in der Otto-Hahn-Schule vorgestellt hat. Damit wird der bisherige Kurs, auf neue Baugebiete ganz zu verzichten, wohl nur vorsichtig korrigiert.

Voriger Artikel
Mares lässt ihren Autoschlüssel versiegeln
Nächster Artikel
Johanniter fahren zum Landeswettkampf

In Wunstorf sollten nach einem Gutachten wieder neue Bauplätze ausgewiesen werden. (Symbolbild)

Quelle: Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Wunstorf. "Ein ausreichendes Neubauangebot für Eigenheime ist wichtig für die Attraktivität einer Stadt", betonte Gutachter Karsten Goldt vom Büro Analysen & Konzepte. Allerdings müsse auch günstigeres Eigentum möglich sein, wobei die schon bestehenden Häuser eine große Rolle spielen. Ein Generationswechel steht dort vielfach noch an, so dass sie in den nächsten Jahren auf den Markt kommen werden. Er rechnet deshalb im Prognosezeitraum bis 2030 mit jährlich nur rund 50 bis 70 Eigenheim-Neubauten, die notwendig sind.

Die Zahl der Haushalte insgesamt wird nach den Prognosen bis dahin um 0,9 Prozent wachsen, bei schrumpfender Bevölkerung bedingt durch den Trend zu Ein- und Zweipersonenhaushalten. Um günstige Wohnungen schaffen zu können, sprach sich Goldt dafür aus, Modernisierungen nur in moderatem Umfang umzusetzen, damit die Mieten dabei nicht durch die Decke gehen. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt spitzte das am Ende zu: "Die Standards müssen herunter, und Bund und Land müssen in die Förderung." Sonst rechneten sich die Wohnungen nicht.

Von den jetzigen 480 Sozialwohnungen läuft bei 140 bis 2030 die Bindung aus. Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum wird relativ konstant bleiben - nicht dabei berücksichtigt sind allerdings die Flüchtlinge. Tut man das, kommt ein Bedarf von bis zu 700 Wohnungen hinzu.

Durch die Zuwanderung vieler junger Leute und Familien liegt der Anteil der Senioren über 65 Jahren bei 22 Prozent. "Das ist noch relativ moderat", sagte Goldt. Bis zum Jahr 2030 wird er aber auf 32 Prozent steigen, so dass auch die Nachfrage danach stärker wird, Wohnungen altersgerecht anzupassen. Auch weitere Pflegeplätze, rund 320, braucht die Stadt.

Da der Anteil der Kinder und Jugendlichen weiter schrumpft, werden im Jahr 2030 auch weniger Kitas und Schulen benötigt, in der Mittelstufe sind demnach sogar 13 Prozent Schüler weniger. Nur die Oberstufen werden leicht wachsen. Mit Flüchtlingen würden die negativen Effekte wohl höchstens ausgeglichen.

Bei der Suche nach neuen Baumöglichkeiten gibt die Verwaltung zu bedenken, dass sich bei vielen Flächen Hindernisse auftun. Der städtische Baudirektor Robert Lehmann betonte aber: "Wir sind offen für Vorschlage, wo gebaut werden kann."

Von Sven Sokoll

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sou12065oi1e3senhn4
Engelsflügel haben es in Innenstadt geschafft

Fotostrecke Wunstorf: Engelsflügel haben es in Innenstadt geschafft