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Tierschützer und Fischer entwickeln Netze

Wunstorf Tierschützer und Fischer entwickeln Netze

Nach jahrelangem Streit und unterschiedlichen Variationen haben Fischer und Tierschützer gemeinsam Netze entwickelt, die dem streng geschützten Fischotter einen Fluchtweg bieten. Das begrüßt auch Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer.

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Am Steinhuder Meer gibt es eine Population von Fischottern, die unter Schutz steht.

Quelle: Silas Stein

Steinhude/Winzlar. "Wichtig ist das Resultat. Ich hoffe, dass eine gute Lösung auch für andere Tiere wie Haubentaucher und Enten gefunden wurde", sagte Brandt. Die ÖSSM betreibe ein regelmäßiges Monitoring der Fischotter am Meer mit Fotofallen. Die Populationsgröße ist laut Brandt nicht bekannt. "Sie ist klein, aber stetig", sagte der Diplombiologe.

Weil sich die Wassermarder in den festen Reusen verfangen können, durften die herkömmlichen Modelle am Steinhuder Meer zuletzt nicht mehr verwendet werden. Viele Fischer befürchteten das Ende ihrer Existenz.  Jetzt seien neue Mechanismen entwickelt worden, welche die Fischerei kaum beeinträchtigten und zugleich dem Fischotter einen sicheren Weg aus dem Netz böten, teilten die an dem Entwicklungsprojekt beteiligten Wissenschaftler im Otterzentrum Hankensbüttel (Kreis Gifhorn) mit.

Einer dieser neuen Otterausstiege besteht aus zwei flexiblen Drahtseilen, die mit einem Gummiband zusammengehalten werden, ein weiterer ist mit einer Federtechnik zu öffnen. Wie die Forscher in Tests herausgefunden haben, spürt der Otter, dass das Gummiband oder die Feder auf Druck nachgeben. Das Tier drückt die Drahtseile auseinander und kann sich damit aus der Reuse befreien.

Weitere Tests im Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow ergaben, dass die neuen Reusenausstiege für Fische wie etwa Aale nicht zu überwinden sind, hieß es. Beteiligt waren neben dem Potsdamer Institut der Verband der Binnenfischer und Teichwirte in Schleswig-Holstein, die Tierärztliche Hochschule Hannover, der Fachbereich Fischerei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die Aktion Fischotterschutz. Fischer und Naturschützer hatten jahrelang sogar vor Gerichten über die Otterausstiege gestritten.

Die erste Variante waren die sogenannten Otterkreuze, die das Einschwimmen verhindern sollten. Die Fischer lehnten diese zwar ab, mussten sie aber von Gesetzes wegen nehmen. Die neue Variante ist im Otterzentrum getestet worden.

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Die Fischreuse mit Metallbügeln soll als Ausstiegsmöglichkeit für Fischotter dienen. Es wurden verschiedene Ausstiegsmöglichkeiten für Fischotter aus Fischreusen untersucht.

Quelle: Silas Stein
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