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Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte

Wunstorf Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte

Die Zahl der Unfälle ist im Wunstorfer Stadtgebiet zwar um sieben Prozent auf 847 angestiegen, dafür ging die Zahl der Verletzten um zehn Prozent auf 175 zurück. Diese Kernzahlen hat das Polizeikommissariat am Dienstag aus der Unfallstatistik für 2016 präsentiert.

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Der stellvertretende Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Alexander Benne (von links), Kommissariatsleiter Dirk Hallmann und Verkehrssachbearbeiter Ragnar Tiefenbach stellen die Unfallstatistik für Wunstorf vor.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. "Die Assistenzsysteme in den neuen Fahrzeugen tragen dazu bei, dass die Unfallfolgen sich verringern", sagte der Kommissariatsleiter Dirk Hallmann. Auch die Zahl der schweren Verletzungen sank leicht auf 23. Allerdings musste die Polizei auch den tödlichen Unfall einer Radfahrerin auf der Adolf-Oesterheld-Straße verzeichnen. "Dort schleuderte ein Fahrzeug nach einem Zusammenstoß auf die eigentlich Unbeteiligte. Das war eine sehr unglückliche Situation, die man nicht ganz ausschließen kann", bewertet Hallmann den Vorgang. Radfahrer waren ebenso wie die Gruppe der Fußgänger insgesamt etwas seltener an Unfällen beteiligt.

Genommene Vorfahrt, unvorsichtiges Abbiegen und zu hohe Geschwindigkeiten sind weiter die wichtigsten Gründe für Unfälle. Besondere Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet sind derzeit nicht bekannt. Die Stadt muss ja auch einige stationäre Blitzanlagen abbauen, weil die Polizei dort keinen Anlass mehr sieht.

Noch nicht erklären kann die Polizei sich, dass die Zahl der leicht verletzten Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 25 Jahren um mehr als 50 Prozent auf 47 angestiegen ist. Sie will diese Entwicklung aber weiter im Auge behalten. Bei den Senioren gibt es keine auffälligen Entwicklungen.

Ein großes Ärgernis sind die Unfallfluchten, die auf eine Zahl von 238 angestiegen sind. Das ist fast ein Drittel aller Unfälle. "Mich stört vor allem erheblich, dass wir nach Zeugenaufrufen so gut wie keine Reaktionen bekommen. Dabei ist es meist schwer vorstellbar, dass niemand etwas von den Kollisionen gehört hat", sagte der Verkehrssachbearbeiter Ragnar Tiefenbach. Alleine auf der Langen Straße wurden wieder rund 60 Spiegel angefahren, in jedem zweiten Fall fuhr der Verursacher weiter. Allerdings konnten Tiefenbach und seine Kollegen fast jede zwei Unfallflucht aufklären, bei Unfällen mit Verletzten sogar zwei Drittel.

Mehrere eigens geschulte Beamte haben sich im vergangenen Jahr stark mit dem Thema Drogen im Straßenverkehr beschäftigt und durch die verstärkten Kontrollen 50 Fahrer damit erwischt. Das ist mehr als eine Verdoppelung. "Als Unfallursache spielen Drogen allerdings bisher eher selten eine Rolle", sagt der stellvertretende Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Alexander Benne.

Zunehmend sieht die Polizei aber auch, dass Autofahrer sich von ihren Smartphones zu sehr ablenken lassen. In Zahlen ist das noch schwer zu fassen, aber landesweit hat im November bereits eine Kampagne dazu begonnen, die auch zu den Fahranfängern getragen werden soll. "Selbst bei der erlaubten Freisprechanlage stellt man hinterher ja oft fest, dass man abgelenkt war", sagte Hallmann.

Kodieraktion für Fahrräder geplant

Um Dieben und Hehler ihr Geschäft zu erschweren, bietet die Polizei eine Aktion an, bei der Fahrräder kodiert werden können. Die Möglichkeit besteht am Sonnabend, 25. März, von 11 bis 16 Uhr auf ihrem Gelände Amtsstraße 2. Wer mit seinem Fahrrad kommen möchte, muss einen Eigentumsnachweis und seinen Personalausweis mitbringen. Kinder und Jugendliche müssen von ihren Eltern begleitet werden. Um Wartezeiten zu überbrücken, bietet die Polizei gegen Bezahlung auch Bratwürste und Getränke an.

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Ein tragischer Unfall auf der Adolf-Oesterheld-Straße war 2016 der einzige mit einer tödlichen Folge.

Quelle: Christian Elsner

Von Sven Sokoll

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