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Preis für Leine-Zeitung-Redakteur

Wunstorf Preis für Leine-Zeitung-Redakteur

Der Ortspreis Wunstorf 2015 geht an: Albert Tugendheim. Diese Entscheidung für den langjährigen Redakteur der Leine-Zeitung versteht der Ortsrat auch als ein Bekenntnis zu einem starken Lokaljournalismus.

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Kirsten Riedel (von links) hält in der Abtei die Laudatio für Albert Tugendheim, Ortsbürgermeister Thomas Silbermann überreicht ihm den Ortspreis.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Albert Tugendheim hat den Ortspreis gestern Abend vor rund 100 applaudierenden Gästen im Saal der Abtei entgegengenommen. Es ist eine Auszeichnung, über die sich auch die Kollegen aus der Redaktion freuen - sie gratulieren herzlich.

Dennoch war die Entscheidung auch von Zweifeln begleitet. Können unabhängige Journalisten sich von einem politischen Gremium ehren lassen? Diese Frage stellte sich nicht nur Tugendheim, zumal er auch der Ansicht ist: „Ich habe doch nur meinen Job gemacht. Und das, was ich gemacht habe, hat längst nicht immer allen gefallen.“ Auch im Ortsrat habe die Wahl des Preisträgers zu längeren Diskussionen geführt, wie Laudatorin Kirsten Riedel berichtete. Die Sorge: „Es mag manchem als ein Beispiel von der heutzutage oft behaupteten Kumpanei zwischen Presse und Politik vorkommen.“

Der Vorschlag sei indes nicht aus der Politik, sondern von einem Bürger gekommen. Es fiel dann die bewusste Entscheidung, dieses Zeichen zu setzen - als Anerkennung für einen verdienten Journalisten, aber auch als Zeichen, dass ein funktionierender Lokaljournalismus für die Demokratie vor Ort überaus wichtig ist. Das sieht auch der Zeitungsmacher so, gerade wo die Medien heute starken Angriffen ausgesetzt seien: „In anderen Teilen unserer Bundesrepublik - nicht in Wunstorf - brüllen viele Menschen das Wort der Lügenpresse in jedes Mikrofon, das sie hingehalten bekommen.“

Der gebürtige Ostfriese Albert Tugendheim - ruhig, aber beharrlich - hat nach einem Lehramtsstudium doch den Weg in den Journalismus eingeschlagen, weil Lehrerstellen seinerzeit schwer zu bekommen waren. Der Frühaufsteher wohnt seit 25 Jahren in Wunstorf und ist ebenso lange als Redakteur bei der Leine-Zeitung angestellt. Ganz überwiegend ist er in seiner Wahlheimat tätig. Im April nächsten Jahres wird für den 60-Jährigen dieser berufliche Lebensabschnitt enden - das war für den Ortsrat ein Anlass, die Arbeit des passionierten Radfahrers jetzt zu würdigen. Als jemanden, der die Wunstorfer nicht nur mit Nachrichten versorgt, sondern der auch entscheidend dazu beitrage, dass sie sich mit ihrer Stadt identifizieren könnten - dass ein Heimatgefühl entstehe.

„Er ist gut vernetzt, er kennt jeden, den er kennen sollte, um Geschichten zu finden, Neuigkeiten zu erfahren und Hintergründe zu durchschauen“, sagte Riedel. Doch die Nähe muss für einen guten Journalisten auch Grenzen haben, er bleibt stets Beobachter, der die Geschehnisse unabhängig bewertet. So hält es auch Albert Tugendheim. „Und es geht ihm nicht um die schnelle, gar reißerische Schlagzeile, sondern darum, die Dinge zu erklären und einzuordnen“, bescheinigte ihm Riedel, die als SPD-Ratsfraktionsvorsitzende unzählige Male von ihm befragt wurde.

Von Sven Sokoll

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