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Versuche beginnen in Sigwardskirche

Wunstorf Versuche beginnen in Sigwardskirche

In der Sigwardskirche müssen in den nächsten Jahren umfangreiche Arbeiten im Innenraum erfolgen, um das romanische Bauwerk mit seinen wertvollen Malereien gut zu erhalten. Für diesen Sommer sind Voruntersuchungen geplant, welches dabei die besten Ansätze sind.

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Im Innenraum der Idenser Sigwardskirche werden umfangreiche Arbeiten notwendig.

Quelle: Sven Sokoll

Idensen. Schäden am Putz und Salzausblühungen waren im vergangenen Jahr der Anlass dafür, Bohrproben aus dem Mauerwerk zu nehmen und sie zu analysieren. "Die Ergebnisse haben uns nicht überrascht", sagte Erwin Stadlbauer vom Landesamt für Denkmalpflege am Sonntag in einem Vortrag beim Freundeskreis Sigwardskirche. Die grundsätzlichen Probleme sind schon länger bekannt: Die Sandstein-Wände sind zum Teil recht feucht und weisen vielfach hohe Salzgehalte auf, eingetragen wahrscheinlich zum großen Teil aus dem Boden. 

Das Gewölbe besteht aus einem porösen Kalkstein mit einem hohen Schwefelgehalt. Dieser birgt die Gefahr, durch Wasser herausgelöst zu werden und dann die aufgetragene Malerei zu beschädigen.

Zumindest hat sich bei den Untersuchungen gezeigt, dass die eingerichtete Klimaregelung im Innenraum die Zerfallsprozesse deutlich gebremst hat. "Das hat uns beruhigt." Diese Steuerung muss auf jeden Fall weitergehen. "Auch der Austausch des Fußbodens war ein riesiger Fortschritt", lobte Stadlbauer - er ist jetzt trocken.

Der Zustand der Malerei soll nach seiner Ansicht systematisch erfasst werden. Unstrittig ist, dass die Malereien gereinigt werden müssen. "Das ist nicht nur ästhetisch sinnvoll." An einigen Stellen, wo frühere Restauratoren zu rabiat vorgingen, werden auch Konservierungsarbeiten an der Kunst notwendig sein.

Ein genaueres Bild des Gebäudeklimas sollen noch Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera liefern. Möglich ist, dass weitere Dämmungen sinnvoll sind. Die Putze, in denen sich schädliche Salze aus den Wänden nahe der Oberfläche konzentrieren, sollten im Sockelbereich erneuert werden. "Wir müssen den Putz wohl künftig als eine Verbrauchsschicht betrachten."

Mit dem Landeskirchenamt hat Stadlbauer sich schon abgestimmt. Beide wollen eine Restauratorin beauftragen, die im Sommer erproben wird, auf welchem Weg die anstehenden Aufgaben am besten gelöst werden. "Das ist dann auch die Kalkulationsgrundlage, um die notwendigen Kosten zu ermitteln", sagte der Denkmalschützer. Wenn die feststehen, wird die Suche nach Geldgebern starten müssen.

Außer Land und Landeskirche könnte vielleicht auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ins Boot geholt werden, auch europäische Programme gibt es. "Unsere Möglichkeiten wird das ganz sicher überschreiten", sagte der Vorsitzende Rolf Herrmann für den Freundeskreis. Zumindest könnte dieser aber ein Gerüst zur Verfügung stellen. Herrmanns Fazit lautete nach Stadlbauers vortrag: "Es ist viel zu tun, fangen wir an."

Freundeskreis hält Kirche im Bewusstsein

Der Freundeskreis der Sigwardskirche bemüht sich auch darum, das ab 1129 erbaute Kleinod im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern und hilft bei einer besseren Ausstattung. So hat er kürzlich neue Sitzkissen übergeben. Der Verein gibt einen Kalender und einen Kirchenführer heraus, außerdem gab es im vergangenen Jahr wieder 42 Führungen durch die Kirche. Die Konzertsaison beginnt am Sonntag, 24. April, um 17 Uhr mit dem Kammerchor Schloß Ricklingen. Bereits am Freitag, 22. April, startet um 21 Uhr der erste Gute-Nacht-Gottesdienst. Für Sonntag, 26. Juni, ist das Sigwards-Festival geplant.

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Von Sven Sokoll

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