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Wischmeyer durchleuchtet den Alltag

Wunstorf Wischmeyer durchleuchtet den Alltag

"Hatten die Dalmatiner in der Ostzone keine Punkte?" Über ungeliebte Alltagsbegegnungen wie dieses aufgezwungene Gespräch über seinen Hund an der Fußgängerampel hat Dietmar Wischmeyer erstmals bei drei Terminen der Steinhuder Zeltmission den Dampf abgelassen.

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Dietmar Wischmeyer liest bei der Zeltmission an den Steinhuder Strandterrassen.

Quelle: Sven Sokoll

Steinhude. Sein Hund ist ein Weimaraner, der nur eine entfernte Ähnlichkeit zum Dalmatiner aufweist - vor allem fehlen ihm die Punkte. Weil der Satiriker das Gefühl hat, dass er zu häufig sinnentleerte Gespräche mit hirnlosen Zeitgenossen führen muss, fragt er sich: "Bin ich ein Scheiße-Magnet?"

Kurz vor dem Doppelpack aus Bundes- und Landtagswahl hat auch die hohe Politik ihren Platz im Programm - zumal auf dem Platz an den Strandterrassen, auf dem gerade hoher Besuch war: "Mutti war ja in Steinhude und hat sich am Fischbrötchen gelabt", erinnerte Wischmeyer und holte Merkels Gegenüber Martin Schulz dann als Papp-Kameraden auf die Bühne. Bei dessen Verkaufspreis kam  Wischmeyer allerdings zu dem Schluss, dass ein Bravo-Starschnitt doch deutlich günstiger ist.

Als Hommage an die Spielstätte verkörpert Wischmeyer gleich zu Beginn schon einen Camper, dem eigentlich der Mikroskosmos Wohnmobilstellplatz ausreicht. "Meinetwegen könnte man das Meer auch zuschütten." Das Miteinander unter den Wohnmobilisten sei so toll, dass man für die Nachbarn auch die Kassette mit den Fäkalien zum Entsorgen mitnimmt. "Willi, du bist mein Kot-Schwager", hat der Fun & Living-2000-Fahrer seinen Nachbarn tituliert - auch wenn der mit einem kleineren Modell unterwegs ist.

Nach einer Bundespräsidenten-Ansprache, in der Wischmeyers Steinmeier den "undankbaren zweiten Platz" in den Weltkriegen als Teil der deutschen Selbstbildes heute ausmacht, ging es ins Private: Zu verstörenden Anrufen im "Autohaus am Klärwerk" und der "Ehebande" als kleinster krimineller Vereinigung.

Wischmeyer bekannte Figuren wie Günther, der Treckerfahrer, der kleine Tierfreund und Willi Deutschmann dürfen an dem Abend nicht fehlen. Als letzterer als Prototyp des deutschen Spießbürgers hart gegen Ausländer zetert, "es gibt ja jetzt mehr mehr Schwarze als bei Grizimek", bleibt das Lachen der 400 Zuhörer am Sonnabend dann auch mal fast am Halse stecken. Für befreite Lacher bietet Wischmeyers Zeltmission aber zahllose weitere Vorlagen, die die Besucher ausgiebig nutzen.

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