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Kandidaten diskutieren im Hölty-Gymnasium

Wunstorf Kandidaten diskutieren im Hölty-Gymnasium

Die größten Koalitionsvorlieben haben sich am Ende einer Diskussion zur Bundestagswahl am Dienstagabend im Hölty-Gymnasium wohl deutlich gezeigt. Die Moderatoren hatten die geschickte Frage gestellt, wen aus der Runde die Kandidaten wählen würden - außer sich selbst..

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Bundestagskandidaten diskutieren mit Hölty-Schülern (von links): Dieter Dehm (Linke), Ute Lamla (in Vertretung für die Grünen), Caren Marks (SPD), Bernd Wischhöver (von rechts, in Vertretung für die AfD), Grigorios Aggelidis (FDP) und Hendrik Hoppenstedt (CDU).

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. Dabei erwiesen sich die althergebrachten rot-grünen und schwarz-gelben Lager wieder als beständig. Leider hatte sich der Linke Dieter Dehm schon vorher verabschieden müssen, der zuvor die Runde mit mancher provokanter These schon aufgemischt hatte. Der AfD-Stadtverbandsvorsitzende Bernd Wischhöver, der  Bundestagsbewerber Dietmar Friedhoff vertrat, bekannte sich für diesen theoretischen Fall noch einmal zu seiner alten CDU. "Sie hat mich ja verlassen, nicht ich sie", betonte er. Auf dem Podium saßen auch Caren Marks (SPD), Hendrik Hoppenstedt (CDU), Grigorios Aggelidis (FDP) und die Grüne Ute Lamla, die den erkrankten Eike Lengemann vertrat.

Zu Beginn hatten die Schüler sich bereits an Ständen mit den Wahlprogrammen versorgen sowie mit den Kandidaten und weiteren Parteimitgliedern reden können. So entwickelten sich Diskussionen über soziale Gerechtigkeit, die Ausstattung der Schulen, Terrorgefahr, Asylpolitik oder zukunftsfähige Mobilität. Dann baten die Organisatoren aufs Podium und eröffneten die Debatte vor Schülern überwiegend aus dem elften und zwölften Jahrgang. Schulleiter Thomas van Gemmern sagte: "Vor einer Wahlentscheidung gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, als mit den Kandidaten direkt zu sprechen."

Bei der Einstiegsfrage, wie die Teilnehmer ein tolerantes und gerechte Gesellschaft schaffen wollen, zeigte sich schon ein breites Spektrum. Der Linke Dehm wetterte gegen die Superreichen in der Wirtschaft, die die Fluchtbewegungen auf der Welt auslösen. "Außerdem müssen alle Rüstungsexporte verboten werden." Lamla sieht neben der Handelspolitik auch die Klimakrise als einen Auslöser von Flucht. "Und in Deutschland muss die Schere zwischen Arm und Reich sich schließen", sagte die Grüne. Marks stellte das Bildungswesen in den Mittelpunkt, mit Chancen- und Gebührenfreiheit von Anfang an. "Außerdem müssen wir zusehen, dass wir unsere Demokratie wieder stärken, mit null Toleranz gegen Extremisten", forderte die Sozialdemokratin.

Ihr CDU-Kontrahent Hendrik Hoppenstedt stieg ein: "Die beste Sozialpolitik ist, Arbeit zu schaffen." Die mittlerweile schuldenfreien Haushalte seien außerdem ein großer Beitrag zur Generationengerechtigkeit. Bürokratieabbau forderte der Liberale Aggelidis an erster Stelle. Und zum Thema Toleranz sagte der Sohn griechischer Gastarbeiter: "Das Multikulturelle ist ein Motor des Fortschritts, aber es muss nach den Regeln unseres Staates laufen." Wischhöver (AfD) forderte: "Wir müssen die sozialen Systeme auf andere Füße stellen und verhindern, dass sich jemand daraus verabschieden kann." Außerdem seien Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen bezahlbarer Wohnraum wieder gebaut werden kann.

Nach der Pause stand die Außenpolitik im Mittelpunkt, außer dem Verhältnis zur Türkei auch die Zukunft der kriselnden EU. Während Dehm, Lamla und Marks sich für eine stärkere soziale Integration in der Union stark machten, forderte Wischhöver, den Nationalstaaten wieder mehr Kompetenzen zu überlassen. Als Garanten für Frieden und Wohlstand lobten Hoppenstedt und Aggelidis die EU, in der für den Liberalen aber zu viele Technokraten die Verantwortung tragen.

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