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Für das Freibad, gegen Lohn fürs Wählen

Wunstorf Für das Freibad, gegen Lohn fürs Wählen

81 Nachwuchspolitiker haben am Mittwochnachmittag versucht, als Mitglieder eines fiktiven Rates Impulse für die Stadtentwicklung zu geben. Beim Projekt Pimp your town! sollten sie aber gleichermaßen die Spielregeln der Kommunalpolitik kennenlernen - von den Profis, die das Vorhaben unterstützten.

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Ratssitzung im Projekt Pimp your town! in Wunstorf.

Quelle: Sven Sokoll

Wunstorf. "Ihr habt jede Menge guter Ideen erarbeitet", hat Monika Dehmel vom Verein Politik zum Anfassen den Schülern aus der Graf-Wilhelm-Schule, der IGS und dem Hölty-Gymnasium am Mittwochmorgen im Rathaushof bescheinigt. Das zeigte sich auch daran, dass beim dritten, abschließenden Tag insgesamt 45 Punkte auf den Tagesordnungen der Gremien standen. 18 davon sollten es auch in den Rat am Nachmittag schaffen.

Unter der Leitung des Ratsvorsitzenden Rolf Herrmann (SPD) beschlossen die Mitglieder so mit großer Mehrheit, dass die Sportplätze besser in Schuss sein müssen, beantragt hatten das die Achtklässler vom Gymnasium. Durch fiel aber ihr Vorschlag, Wähler mit Gutscheinen zu belohnen, um die Wahlbeteiligung zu stärken. Die Zehntklässler von der Graf-Wilhelm-Schule setzten durch, dass das Bokeloher Freibad erhalten bleiben und verbessert werden soll - allerdings unter der Maßgabe, dass das nur gilt, so lange warmes Wasser vom Kaliwerk Sigmundshall kommt.

Die Fünftklässler aus der IGS hatten unter anderem den Vorschlag mitgebracht, regelmäßig mit Umfragen die Meinung von Kindern und Jugendlichen zu erkunden. "Ich finde es gut, wenn wir mitentscheiden können", sagte Mailin zur Begründung. Der Gymnasiast Max wollte die Beteiligung wiederum mit einer Belohnung steigern. Er stieß damit zwar auf Widerstände, insgesamt fand der IGS-Antrag aber eine knappe Mehrheit.

"Wir sind froh, dass dieses Projekt bei uns stattfindet. Leider wird Kommunalpolitik in den Schulen viel zu wenig unterrichtet", hatte Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt am Morgen bei seiner Begrüßung gesagt. Er hofft, dass aus den Reihen der Schüler bald vielleicht Interessierte selbst auf diese Weise Verantwortung für die Stadt übernehmen. "Wir brauchen euch in der Politik."

Und der Landtagsabgeordnete Sebastian Lechner (CDU) erinnerte sich daran, dass ein ähnliches Planspiel auch bei ihm einst das Interesse für die Politik geweckt hatte.

Politik, das sind ganz viele Gremiensitzungen

Der Gang durch die Gremien beginnt mit den Arbeitsgruppensitzungen. Mit den Hölty-Experten für Bau, Verkehr und Umwelt geht Thomas Silbermann (SPD) die Anträge durch - darunter auch einen der IGS für mehr Mülleimer. Davon gibt es zwar schon viele in der Stadt, doch sie sind auch schnell aufzustellen - die Mehrheit der Fraktionsarbeitsgruppe ist erstmal dafür.

In der Ausschusssitzung, die Bernd Reinhold (Grüne) leitet, hören die Hölty-Schüler die Argumente der anderen: Die IGS will die Mülleimer möglichst bunt machen, die Graf-Wilhelm-Schule ist aber skeptisch, ob das wirklich etwas bewirkt. Trotzdem stimmen am Ende fast alle für den Antrag - auch wenn die Hände der Steinhuder sich recht langsam heben.

Zurück in der eigenen Fraktion beschließen die Hölty-Schüler zunächst, dass sie in der entscheidenden Ratssitzung möglichst einheitlich abstimmen wollen. Die Fachpolitiker berichten jetzt aus ihren Ausschüssen, die anderen dürfen ihre Argumente auch dazu beisteuern. Den Mülleimern stimmen im Rat am Ende alle zu - auch wenn David noch fordert, dass sie auch häufiger geleert werden sollten.

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Von Sven Sokoll

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