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Stadt will es bei den Containern belassen

Wunstorf Stadt will es bei den Containern belassen

Die Stadt hat am Mittwoch ihre Pläne für eine Flüchtlingsunterkunft in Mesmerode vorgestellt. Viele auch kritische Fragen wurden dabei gestellt, doch Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt konnte sich am Ende zumindest für eine sachliche Debatte bedanken.

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Einwohnerversammlung zu einem geplanten Flüchtlingsheim in Mesmerode: Die Mehrzweckhalle ist gut gefüllt.

Quelle: Sven Sokoll

Mesmerode. Erst vor gut einem Monat war der Standort An den Auewiesen für die Stadt in die erste Priorität gerutscht - in der Ortsratssitzung in der vergangenen Woche hatten die Mesmeroder noch das Gefühl vermittelt, überrumpelt worden zu sein. Bei der Versammlung mit gut 150 Zuhörern in der Mehrzweckhalle kam nach ausführlichen Erläuterungen der Stadt auch Verständnis für das Vorgehen zum Vorschein.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt hatte die Zwangslage der Stadt geschildert und sagte zum Standort Auewiesen: "Es ist noch offen, ob wir ihn überhaupt voll belegen müssen. Und er wird auch mit als erstes wieder aufgegeben." Es wird in den Containern voraussichtlich eine hohe Fluktuation unter den bis zu 128 Bewohnern geben: Wenn es im Stadtgebiet bessere Wohnungen für sie gibt, ziehen sie wieder aus.

Die Container können fünf bis zehn Jahre stehen, eine Umwandlung in Festbauten ist nicht geplant. Auf den Einwand der fehlenden Infrastruktur entgegnete der Bürgermeister, die Flüchtlinge könnten - auf eigene Kosten - mit dem Bus fahren oder notfalls auch mal länger zu Fuß zum Einkaufen gehen - "das werden wir ihnen zumuten können."

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Eberhardt versprach, dass die Stadtverwaltung die Mehrzweckhalle im Dorf nun auf keinen Fall mehr mit Flüchtlingen belegen werde. Das gelte auch für die Wiese auf der anderen Seite der Straße An den Auewiese, die die Stadt sich zunächst gesichert hatte.

Der Erste Stadtrat Carsten Piellusch berichtete, dass die Stadt beim Wohnheim Luther Weg auch eng mit der Polizei zusammenarbeitet, die dort erhöhte Präsenz zeigt. So werde es auch bei den weiteren Standorten geschehen. Er stellte zu den bisherigen Erfahrungen fest: "Es gibt kein Sicherheitsproblem."

Eine Kinderbetreuung soll vom noch zu findenden Betreiber direkt im Heim angeboten werden, und schulpflichtige Kinder würden noch ausreichend Platz in der Grundschule Bokeloh finden. Am Ende rief Ortsbürgermeister Ulrich Troschke auf: "Wir wollten überlegen, was wir tun können, damit die Menschen sich bei uns willkommen fühlen."

Eberhardt schloss aus, dass für die Flüchtlingsunterbringung Steuern erhöht werden müssen, weil das Land und die Region einen großen Teil der Kosten erstatten werden. Vier Standorte für Notunterkünfte will die Stadt in diesem Jahr realisieren, außer Mesmerode auch in Großenheidorn und an der Rudolf-Harbig-Straße in der Kernstadt. Ein vierter Standort beim Klinikum an der Frankestraße ist gerade wieder herausgefallen, weil die Region angemeldet hat, dass sie das Grundstück mittelfristig doch braucht. So kann es sein, dass der Standort Kanalstraße in Kolenfeld noch vorrutscht.

Von Sven Sokoll

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