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Fronten beim Bereitschaftsdienst sind verhärtet

Wunstorf Fronten beim Bereitschaftsdienst sind verhärtet

Über den neu geregelten Ärztlichen Bereitschaftsdienst liegen die Meinungen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und der Kommunen Wunstorf, Neustadt, Garbsen und Seelze weiter auseinander. In der vergangenen Wochen haben sie gemeinsam eine Zwischenbilanz nach einem halben Jahr gezogen.

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Die Kassenärztlichen Vereinigung hat ihren Bereitschaftsdienst vor einem halben Jahr neu geregelt.

Quelle: Benjamin Ulmer

Wunstorf/Neustadt/Garbsen/Seelze. Nach dem neuen Modell sollen die Patienten vorrangig eine neue Bereitschaftspraxis in Neustadt aufsuchen, die Fahrbereitschaft wurde reduziert. Während die Ärzte daran festhalten wollen, hält die Kritik aus den Kommunen an. Sie reden von einer Verschlechterung des Angebots.

Auffällig ist, dass im zweiten Halbjahr 2016 der Rettungsdienst unter Telefon 112 in den vier Städten deutlich häufiger gerufen worden ist. Ein Zusammenhang ist möglich, wenn auch nicht bewiesen. "Es gibt aber Anzeichen, dass Bürger beim zweiten Mal den Notruf wählen, wenn sie auf den Bereitschaftsdienst zu lange warten müssen", sagte Wunstorfs Erster Stadtrat Carsten Piellusch. Dieser Frage soll noch in einem Gespräch mit der Rettungsleitstelle nachgegangen werden.

Nach den Zahlen vom Dezember nutzt ein Drittel der 1500 Patienten des Monats die neue Bereitschaftspraxis in Neustadt, während zwei Drittel sich von den Ärzten weiterhin zu Hause besuchen ließen. Um die Situation über einen ganzen Jahreszyklus beurteilen zu können, wollen Städte und Ärztevereinigung sich auch im Sommer noch einmal zusammensetzen. Gerade im ersten Quartal eines Monats sei ja mit besonders vielen Krankheitsfällen zu rechnen, sagte Piellusch.

Bernhard Specker, Geschäftsführer des KVN-Bezirks Hannover, betont die Vorteile einer zentralen Anlaufstelle für den ärztlichen Bereitschaftsdienst am Neustädter Krankenhaus: "Bei Bedarf können die diensthabenden Ärzte die Infrastruktur des Krankenhauses für weitere Diagnosen nutzen." Außerdem werde die dortige Notaufnahme entlastet. Im Gegenzug sei der Bereitschaftsdienst in der neuen Struktur nach den Zahlen bisher nicht überlastet. Der Bereitschaftsdienst ist unter Telefon 11 61 17 zu erreichen. Er ist für die Fälle gedacht, in denen Erkrankungen nicht lebensbedrohlich sind und es sich auch nicht um schwere Unfälle handelt, die Patienten aber nicht bis zur regulären Sprechstunde ihres eigenen Arztes warten wollen.

Vorerst haben die Kommunen den Ärzten diese Bitten mit auf den Weg gegeben: Die Praxis am Neustädter Krankenhaus soll besser ausgeschildert, ihre Sprechzeiten ausgedehnt werden. Die Städte verweisen darauf, dass diese Praxis 22 Stunden pro Woche geöffnet ist, die vergleichbare Anlaufstelle in Celle aber sogar 51 Stunden. Außerdem gebe es eine Lücke mittwochs und freitags an den an den Nachmittagen: Viele Hausarztpraxen schließen um 13 Uhr, die Bereitschaftspraxis öffnet aber erst um 17 Uhr. Die Kassenärztliche Vereinigung will das prüfen.

Die Stadt Wunstorf will unabhängig davon weiter ihre Forderung erheben, zur alten Regelung zurückzukehren. Erlebnisse mit dem Bereitschaftsdienst können Bürger ihr weiterhin unter Telefon (0 50 31) 1 01-475 schildern.

Von Sven Sokoll

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