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Tourismus am Meer hat noch Luft nach oben

Wunstorf Tourismus am Meer hat noch Luft nach oben

Der Tourismus am Steinhuder Meer hat noch viel Potenzial, weiter zu wachsen. Das hat eine Diskussion am Montagabend in den Steinhuder Strandterrassen gezeigt, zu der Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer und Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH (SMT), eingeladen hatten.

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Sven Ambrosy, Vorsitzender des Tourismusverbands Niedersachsen, spricht in den Steinhuder Strandterrassen über die Weiterentwicklung des Tourismus.

Quelle: Sven Sokoll

Steinhude. Rehbock machte deutlich, dass sich am Steinhuder Meer in den vergangenen Jahren schon viel entwickelt hat, um neben Tagesausflüglern auch mehr Gäste zu bekommen, die länger bleiben. Nach den offiziellen Zahlen, die nur Betriebe mit mehr als zehn Betten erfassen, wurden 2006 135.000 Übernachtungen gezählt, 2016 schon 315.000. "Die Entwicklung ist richtig, aber wir haben auch noch Luft nach oben." Wünschenswert sei der Tourismus als stabiler Wirtschaftsfaktor allemal - gibt ein Tourist nach Untersuchungen doch bis zu 80 Euro am Tag aus.

Die Luft nach oben bestätigte auch der Gast Sven Ambrosy, Landrat in Friesland und Vorsitzender des niedersächsischen Tourismusverbandes. Während die Übernachtungszahlen landesweit 2016 im Vergleich zum Vorjahr 3,5 Prozent zugelegt haben, gab es in der Region Hannover/Hildesheim nur magere 0,5 Prozent. "Sie verlieren Marktanteile", betonte er deshalb.

Doch was tun? Ambrosy hatte einen ganzen Katalog dafür mitgebracht. Für das Marketing müssen die kommunalen Grenzen überwunden werden, wobei er der Meerregion bescheinigte, mit der SMT schon gut zu fahren. Da heute Online-Buchungen eine wichtige Rolle spielen, müsse die Tourismus-Wirtschaft daran den Anschluss halten. Und die Digitalisierung verstärke die Notwendigkeit, den Gästen hohe Qualität mit gutem Service zu bieten. "Negative Kommentare auf Facebook werden sehr viel häufiger geteilt als positive."

Ambrosy warb dafür, stark auf die regionalen Besonderheiten zu setzen und dabei ruhig auch auf Ausflugziele hinzuweisen, die nicht im eigenen Bereich liegen. "Nur weil die Gäste von Steinhude aus in die hannoversche Oper fahren, muss man nicht fürchten, dass sie beim nächsten Mal gleich in Hannover übernachten." Gesundheitsangeote und eine Umgebung, in der die Menschen sich sicher fühlen können, seien auch Argumente, mit denen Reisende gelockt werden können.

Eine stärkere Rolle als bisher werden künftig auch ausländische Besucher etwa aus den Niederlanden, Dänemark und Polen spielen, auch weil alternative Urlaubsziele im Süden durch Krisen an Attraktivität verloren haben. "Die Ströme verändern sich." Nicht nur deshalb ist sinnvoll, ein umfassendes Tourismus-Konzept zu erarbeiten, das auf Gutachten basiert.

Eine schöne Landschaft mitsamt Infrastruktur, die Touristen anzieht, könne für eine Region letztlich aber auch ein Pfund sein, mit dem man auch in anderen Zusammenhängen wuchern kann. Sei es als Argument von Arbeitgebern im Werben um rare Fachkräfte, sei es bei der Entscheidung, wo vermögende Senioren ihren Lebensabend verbringen wollen. Wenn es in den Urlaubsregionen gesellschaftliche Konflikte gibt, sollten sie tunlichst effektiv und ruhig gelöst werden.

Der Steinhuder Apotheker Christoph Wagner fragte, ob es nicht sinnvoll sein könnte, als Kommune mit einer Gestaltungssatzung regelnd in der Erscheinungsbild der Urlaubsorte einzugreifen. Ambrosy berichtete aber, dass viele solcher Versuche mit rechtlichen Mitteln gekippt worden seien. "Bei uns gibt es keine. Wichtiger ist es das gute Miteinander mit den Akteuren. Man muss viel reden und sie von seinem Leitbild überzeugen."

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