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Umgehung: Theater ist bei Präsentation voll

Wunstorf Umgehung: Theater ist bei Präsentation voll

Mehr als 500 Wunstorfer haben sich am Montagabend Details zur geplanten Nordumgehung angehört. Mitte des nächsten Jahrzehnts könnte die Strecke fertig sein.

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So soll die Nordumgehung verlaufen.

Quelle: HAZ-Grafik Llorens

Wunstorf.  Im Stadttheater ist am Montagabend kaum noch ein freier Platz zu finden gewesen, als die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und die Stadtverwaltung über die nächsten Schritte bei der Nordumgehung informiert haben. Dabei beglückwünschte Uwe Schindler, der Leiter des Geschäftsbereichs Nienburg, den Wunstorfern zu der Chance auf die Ortsumgehung, um die viele andere noch kämpfen müssten. Und er machte deutlich, dass er möglichst noch im Jahr 2019 gern den ersten Spatenstich sehen möchte. Die Umgehungsstrecke könnte nach dem vorläufigen Zeitplan dann bis Ende 2024 fertig sein, wobei vier Bauabschnitte geplant sind. Wie sie aufgeteilt sein werden, das wollten die Planer am Montag noch nicht bekannt geben.

„Wir müssen alles tun, damit die Umgehung jetzt zügig kommt“, betonte Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt, der auf die lange Diskussion seit 1958 verwies. Da die Strecke im Bundesverkehrswegeplan wieder in den vorrangigen Bedarf eingestuft worden ist, ist er auch sicher, dass die Finanzierung steht. Nach dem Ende des Planfeststellungsverfahrens im Dezember 2016 hat die Behörde noch einmal die Kosten für die 6,5 Kilometer berechnet und steht aktuell bei 42,5 Millionen Euro. In der Versammlung wurde auch betont, dass die Zeit von unterschiedlichen Varianten vorbei ist. Das heißt, dass die Umgehung so gebaut werden muss, wie es in der Planfeststellung steht.

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Die Informationsveranstaltung ist auf großes Interesse bei den Wunstorfern gestoßen: Das Stadttheater war voll.

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Wie steht es um das Gerichtsverfahren?

Über die beiden Klagen gegen den Beschluss wird das Oberverwaltungsgericht Lüneburg wohl noch nicht im nächsten halben Jahr entscheiden. Das sagte Rolf Rockitt von der  Planfeststellungsabteilung bei der Landesbehörde, der aber um Verständnis dafür warb: „Wir können da auch keinen Druck ausüben.“ Er hofft auf Klarheit in einem Jahr. Die Vorbereitungen soll das aber auch nicht wesentlich beeinträchtigen.

Welche Besonderheiten hat das Bauwerk?

Von Westen her zweigt die neue Straße auf Höhe des jetzigen Parkplatzes an der B 441 ab und schwenkt nach Norden. Die Straße Am Hohen Holze wird als Verlängerung der Bundesstraße 442 aus Haste ausgebaut und mit einem Kreisel an die Umgehung eingebunden. Ampelkreuzungen folgen dann mit der Klein Heidorner Straße und der Leinechaussee. Die Anbindung von Haupt- und Hochstraße erfolgt mit einer Überführung. Weitere bisherige Wegeverbindungen sollen mit neuen Brücken weiter möglich sein. So baut die Stadt zum Beispiel eine für Radfahrer am Nordrehr.  Die Kreuzung der Bremer Bahnstrecke wird in Form eines 280 Meter langen Trogbauwerkes passieren. In der Nähe der Bebauung sind Lärmschutzwälle geplant. 

Was passiert alles vor dem Bau?

In den nächsten Wochen soll untersucht werden, wie aktuell der Untergrund aussieht und wie Straße und Brücken gegründet werden müssen. Die Eigentümer, die von den Untersuchungen betroffen sind, wurden angeschrieben. Auch die Vermessung wird bis zum Frühjahr auf den letzten Stand gebracht.  Das Amt für regionale Landesentwicklung leitet ein Flurbereinigungsverfahren ein, damit die notwendigen Grundstücke auch zur Verfügung stehen. Dazu ist noch eine gesonderte Informationsveranstaltung geplant. Schon frühzeitig werden auch einige der begleitenden Projekte angefasst, mit denen der Eingriff in die Tier- und Pflanzenwelt ausgeglichen werden soll. Außerdem müssen die detaillierte Ausbauplanung und ein Bauablaufplan erstellt werden, die als Basis für die Ausschreibung dienen können. Ein Punkt, der vor dem Bau auch noch abgehakt werden muss, sind mögliche archäologische Auffälligkeiten.

Wie wird der Bau ablaufen?

In der Regel werden erst die großen Bauwerke errichtet, ehe dann die Fahrbahn daran angeschlossen wird. Die Behörde bittet um Verständnis für notwendige Verkehrsbeeinträchtigungen und Dreck während der Bauphase. Noch zu prüfen ist, ob die geplanten Teilstrecken jeweils schon freigegeben werden können, wenn sie fertig sind – dabei spielt eine Rolle, ob sie sich schon sinnvoll in das Verkehrsnetz einbinden lassen. Eine besondere Herausforderung ist die Kreuzung mit der Bahnstrecke, weil die Arbeiten sehr langfristig mit der Bahn koordiniert werden müssen. Der Lärmschutz, der nach dem Gutachten notwendig ist, wird fertig sein, bis der Verkehr rollt –und Kosten dafür werden auf die Anwohner nicht zukommen.

Was wird an der bisherigen Ortsdurchfahrt passieren?

Die Stadt übernimmt die Straßen in ihre eigene Regie, darunter auch die Hochstraße, bei der mit der Zeit hohe Unterhaltungskosten auf sie zukommen können. „Diese Sorge ist berechtigt, aber dieser Pferdefuß war uns bekannt“, sagte Eberhardt auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum. Wenn die Straße künftig nicht mehr vierspurig benötigt wird, werde sich aber auch die Belastung verringern. Und bei größeren  Investitionen seien immer auch Zuschüsse von Land und Bund denkbar. Für die weiteren Umgestaltungen in der Innenstadt verwies auf er auf politische Beratungen dazu, die noch anstehen. Deshalb seien auch die Kosten noch nicht zu beziffern.

Wo gibt es weitere Informationen?

Auf den Internetseiten www.wunstorf.de, Stichwort Ortsumgehung, und auf  www.strassenbau.niedersachsen.de/projekte, gibt es nähere Informationen zur Nordumgehung.

Von Sven Sokoll

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